Hier die Änderungen im Einzelnen:
Band 0–4 GMP Praxiswissen
Kapitel 6 Qualifizierung
Das Kapitel wurde grundlegend überarbeitet und neu strukturiert. Durchgehend eingeflochten wurde von Frau Reuter der Gedanke, Qualifizierung durch standardisierte Abläufe effizienter zu gestalten.
- Das Kapitel 6.A Anforderungen aus Behördensicht von Dr. M. Hiob wurde redaktionell überarbeitet, um es mit den folgenden Unterkapiteln zu verbinden.
- Eine gute Vorbereitung der Qualifizierung (Kap. 6.B) erfolgt mit einer Risikoanalyse und einem detaillierten Lastenheft (User requirement specifications), deren Umsetzung bis zum Ende der Qualifizierung mit Hilfe einer Trace Matrix nachvollzogen werden kann (U. Reuter).
- Neben dem Qualifizierungsmasterplan als Planungsinstrument muss es für jede Qualifizierungsphase Pläne mit Akzeptanzkriterien und dazugehörige Protokolle geben. Der Qualifizierungsbericht kann als abschließendes Dokument für alle Phasen erstellt werden (6.C Qualifizierungsdokumentation, U. Reuter).
- 6.D Designqualifizierung enthält Beispiele für Lasten- und Pflichtenhefte (U. Reuter).
- 6.E Installationsqualifizierung enthält Beispiele für Qualifizierungspläne und hilft u.a. zu überprüfen, ob die umfangreiche technische Dokumentation zu einer Anlage vollständig ist (Dr. C. Oechslein).
- 6.F Funktionsqualifizierung macht anhand von Beispielen deutlich, welche Prüfpunkte in einer OQ getestet werden (Dr. C. Oechslein).
- Wann eine Leistungsqualifizierung durchgeführt werden muss und was sie beinhaltet, zeigt Kapitel 6.G (U. Reuter). Kapitel 6.H listet Mindestanforderungen an die retrospektive Qualifizierung auf (U. Reuter).
- Wie man den qualifizierten Zustand aufrecht erhält mit regelmäßigen Reviews, einem änderungskontrollverfahren und ggf. Requalifizierungen zeigt Kapitel 6. I (U. Reuter).
- Da Qualifizierung in der Regel mit der Unterstützung von Anlagenlieferanten oder Beratern durchgeführt werden, gibt Kapitel 6.J wertvolle Tipps, worauf unbedingt zu achten ist, welche Aufgaben außer Haus gegeben werden können und welche beim Betreiber der Anlage verbleiben (U. Reuter).
- Eine vollständige SOP zur Qualifizierung enthält das Kapitel 6.K von C. Wawretschek. Darin ist u.a. geregelt, wie man eine Risikoklassifizierung der Anlagen und Geräte von Standard-Kleingeräten bis hin zu Prototypen vornehmen kann, um danach den Qualifizierungsumfang zu bestimmen. Ein Flowchart mit zugehörigen Verantwortlichkeiten gibt einen raschen Überblick über alle Qualifizierungstätigkeiten.
Kapitel 14 Qualitätskontrolle
- 14.C Geräte im Labor:
Kapitel 14.C.1 Qualifizierung von Geräten im Labor wurde von W. Nedvidek überarbeitet und durch vier neue, praxisrelevante Themen ergänzt:
Der Umfang der Qualifizierung richtet sich nach der Komplexität des Gerätes und dem beabsichtigten Einsatzzweck. Hierzu sieht die USPMonographie <1058> Analytical Instrument Qualification eine Unterteilung in drei Gerätekategorien vor.
Auch die Validierung von Geräte- Software wird in der USP-Monographie <1058> behandelt, wobei drei Softwareklassen unterschieden werden. Detaillierte Angaben zur Durchführung der Validierung von Geräte-Software finden sich in einer Richtlinie des OMCL mit dem Titel Validation of Computerised Systems - Core Document, die der Autor hier vorstellt.
Änderungen der Gerätekonfiguration können sich durch Reparatur, Wartung, Software-Updates oder Standortwechsel ergeben und erfordern eine systematische Nutzen-Risikoanalyse sowie eine nachvollziehbare Dokumentation.
Kontrollproben stellen neben Gerätequalifizierung, Methodenvalidierung und Systemeignungstest ein weiteres Element zur Qualitätssicherung von Analysenergebnissen dar. Der Einsatz von Kontrollproben wird an einem Praxisbeispiel dargestellt.
- 14.K Arzneibücher:
Arzneibücher spielen eine wichtige Rolle für die gesetzliche Regulierung und Kontrolle von Wirkstoffen, Hilfsstoffen und Arzneimitteln. Sie enthalten neben öffentlich zugänglichen Standards, Spezifikationen und Prüfmethoden, die von unabhängigen Analytikern herangezogen werden können, auch Standards für die Qualitätskontrolle, die bei der Einreichung der Zulassungsunterlagen für ein neues Produkt von der zuständigen Aufsichtsbehörde mit großer Wahrscheinlichkeit anerkannt werden.
Dieses neu erstellte Kapitel beschreibt Struktur, Besonderheiten, Veröffentlichungsmodalitäten und den rechtliche Status folgender Arzneibücher:
- Europäisches Arzneibuch (Ph. Eur.)
- Britisches Arzneibuch (BP)
- Arzneibuch der Vereinigten Staaten von Amerika (USP)
- Japanisches Arzneibuch (JP)
- Internationales Arzneibuch (Ph. Int.)
Außerdem schildert der Autor die Vorgehensweise bei der Erarbeitung von Monographien und gibt einen Überblick über die Harmonisierungsaktivitäten der ICH (R. Horder).
Kapitel 18 Inspektionen
Der beliebte Fragenkatalog zur Vorbereitung auf Inspektionen (Kapitel 18.J) wurde um den Themenbereich „Lagerung und Transport“ erweitert, der zunehmend in den Fokus von GMP-Inspektionen rückt. Anhand von mehr als 120 inspektionsrelevanten Fragen erhalten Sie weitere Unterstützung bei der Vorbereitung interner und externer Audits (R. Kutsch).
Kapitel 23 Methoden zur Qualitätsverbesserung
Dieses neue Kapitel widmet sich Konzepten und Methoden zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung, die in der GMP-regulierten Pharmabranche zwar nicht regulatorisch bindend sind, aber nach erfolgreicher Anwendung in anderen Industriezweigen zunehmend auch in der Pharmaindustrie Einzug halten. Diese Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit der ICH Q10-Leitlinie, die das Konzept des Continual Improvement als wesentlichen Baustein eines pharmazeutischen Qualitätssystems beschreibt.
Wir beginnen dieses Kapitel mit zwei Beiträgen, denen weitere Themen folgen werden.
- 23.A Six Sigma:
Six Sigma wurde ursprünglich von Motorola entwickelt und ist eine Sammlung verschiedener bekannter Werkzeuge, die eingesetzt werden, um Prozesse durch die Eliminierung von Fehlern systematisch zu verbessern. Der Autor stellt das Konzept in seinen Grundzügen vor, beschreibt die charakteristischen Rollen und Verantwortlichkeiten in einer Six- Sigma-Organisation, und erläutert die systematische Vorgehensweise des DMAIC-Zyklus zur Lösung von Problemen. Die Einführung von Six Sigma kann einem Unternehmen erhebliche Vorteile bringen – sofern die erforderlichen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen hierfür geschaffen werden und eine auf das jeweilige Unternehmen abgestimmte Vorgehensweise gewählt wird.
Der Autor beschreibt, welche Aspekte dabei zu beachten sind und welche Fehler vermieden werden sollten. Abschließend werden mehrere Beispiele erfolgreicher Six-Sigma-Anwendungen in der Pharmaindustrie vorgestellt (Rolf Staal).
- 23.B Prozessanalytische Technologien (PAT):
Prozessanalytische Technologien stellen ein System dar für das Design, die Analyse und die Steuerung der Herstellung durch zeitnahe Messungen kritischer Qualitäts- und Leistungsattribute von Ausgangsstoffen und Zwischenprodukten mit dem Ziel, eine erhöhte Qualität des Endproduktes sicher zu stellen. Der Einsatz von PAT-Anwendungen in der pharmazeutischen Herstellung hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Gründe für die verstärkte Nutzung sind in erster Linie technologische Fortschritte, verbesserte regulatorische Rahmenbedingungen, ein nachweislicher Nutzen durch erfolgreiche PAT-Implementierung sowie Geschäftsstrategien, in deren Mittelpunkt die Reduzierung der Herstellungskosten steht.
Die Autoren beschreiben, welche Rolle PAT in der Entwicklung und Routinefertigung spielt und zeigen die Möglichkeiten auf, die sich aus der Nutzung von PAT für neu entwickelte Qualitätssysteme wie z.B. die Echtzeitfreigabe ergeben. PAT spielt auch eine Schlüsselrolle bei der Verwirklichung fortschrittlicher Herstellungsgrundsätze wie z.B. kontinuierliche Fertigung, Advanced Process Control oder Lean Manufacturing.
Die regulatorischen Rahmenbedingungen und Zulassungsanforderungen, die bei einer Einführung von PAT zu berücksichtigen sind, werden erläutert. Bei der Anschaffung von PAT-Geräten spielt die Auswahl des Lieferanten eine wichtige Rolle. Im Rahmen eines Audits sollten das Qualitätssystem des Lieferanten und die Robustheit der gewählten Ausrüstung überprüft werden. Die Anwendung von PAT im GMP-Umfeld erfordert eine Qualifizierung der Geräte ebenso wie eine Validierung der Analysemethoden und Softwareprogramme. Besondere Bedeutung kommt der Aufbereitung und Interpretation der Daten zu, die sich in Umfang und Komplexität von herkömmlichen Analysemethoden unterscheiden. Entsprechendes Training ist daher unverzichtbar. Abschließend werden zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten und Beispiele erfolgreicher Anwendungen vorgestellt (Dr. John O’Sullivan, Seamus O’Neill, et.al.).
Band A-E GMP Regularien
Kapitel D Aide Mémoire
- D.1 aide Mémoire 07121105: Inspektion von Qualifizierung und Validierung in pharmazeutischer herstellung und Qualitätskontrolle:
Das Aide Mémoire zur Inspektion von Qualifizierung und Validierung wurde von Inspektoren in der Expertenfachgruppe 10 umfassend überarbeitet und aktualisiert.
Neben der Integration neuer und geänderter Regelwerke sind folgende zentrale änderungen des Dokuments vorgenommen worden:
- Die retrospektive Validierung entspricht nicht mehr dem Stand der Technik
- Darstellung der Vorteile durch Führen von Regelkarten zur statistischen Prozesskontrolle
- Verkürzung des Kapitels „Risikoanalyse/ -bewertung”. Das Thema wird in einer gesonderten Veröffentlichung der ZLG detailliert behandelt werden
- Betonung prozessanalytischer Technologien für die Schaffung eines Prozessverständnisses
- Hygienic Design als Voraussetzung für adäquate Reinigungsverfahren
- Reinigungsvalidierung: Hinzufügung des Unterkapitels über unspezifische Bestimmungsverfahren (z.B. Leitfähigkeitsuntersuchungen, TOC, Bestimmung der Oberflächenspannung)
- Detaillierte Betrachtung des Themas „Voraussetzungen für den Transfers von Prozessen und Methoden” im Kapitel „Inspektion von änderungskontrollsystemen”
- D.4 Aide Mémoire 07120102: Überwachung von Arzneimittelherstellern:
Mit diesem Aide Mémoire liefern wir Ihnen ein weiteres Dokument zur Vorbereitung auf Behördeninspektionen. Der enthaltene Themenkatalog ist eine Zusammenstellung von Inspektionsschwerpunkten und deckt alle Darreichungsformen und die verschiedenen Herstellungstätigkeiten ab.
Kapitel G Gesetze und Richtlinien Österreich
- G.2 Arzneimittelgesetz Österreich:
Mit dieser Ergänzungslieferung erhalten Sie den aktuellen Gesetzestext in der Fassung vom 27.4.2010, sowie einen Link zum Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes Österreich.
Kapitel H Gesetze und Richtlinien Europa
- H.6.6 EU-GMP-Leitfaden anhang 6: Herstellung medizinischer Gase
Dieser Anhang wurde überarbeitet infolge der Neugliederung des EU-GMP- Leitfadens und der Erfordernis, die Anforderungen des Teils II des Leitfadens hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit auf medizinische Gase zu überarbeiten. Insbesondere bestand die Notwendigkeit einer deutlicheren Abgrenzung zwischen einem Ausgangsstoff und pharmazeutischer Bulkware. Darüber hinaus erfolgte eine allgemeine Überarbeitung des Anhangs. Der überarbeitete Anhang 6 wurde im Januar 2010 verabschiedet und tritt zum 31. Juli 2010 in Kraft.
Die deutsche Übersetzung wurde vom Verlag für Sie erstellt und fachlich geprüft.
- H.6.13 eU-GMP-Leitfaden anhang 13: Klinische Prüfpräparate
Bei der Überarbeitung von Anhang 13 wurde der Grundsatz der Unabhängigkeit von Produktion und Qualitätskontrolle im Fall einer geringen Anzahl von Mitarbeitern stärker hervorgehoben. In den Abschnitten 36 und 37 wurden ergänzende Bestimmungen zu Referenz- und Rückstellmustern für klinische Prüfpräparate aufgenommen. Der Begriff der „Rekonstitution“ gemäß Artikel 9.2 der Richtlinie 2005/28/EG wurde durch einen zusätzlichen Hinweis erläutert. Der Inhalt des in Artikel 13(3) der Richtlinie 2001/20/EG genannten und nach einer separaten öffentlichen Konsultierung vereinbarten Chargenzertifikats ist als Anhang aufgeführt. Einige wenige redaktionelle änderungen erfolgten an ansonsten unveränderten Abschnitten mit dem Ziel der Aktualisierung von Verweisen sowie der Anpassung an die im GMPLeitfaden verwendete Terminologie. Der überarbeitete Anhang 13 wurde im Januar 2010 verabschiedet und tritt zum 31. Juli 2010 in Kraft.
Die deutsche Übersetzung wurde vom Verlag für Sie erstellt und fachlich geprüft.
LOGBUCH
Mit jeder Ergänzungslieferungen stellen wir in unserem Logbuch interessante und nützliche Informationen rund um die Ergänzungslieferung zusammen: Was ist neu im GMP-BERATER, neue Autoren, Neuveröffentlichungen, etc.