GMP Aktuell

06.03.2020

Indien: Eingeschränkter Wirkstoff-Export aufgrund von Coronavirus

Wie die indische Generaldirektion für Außenhandel am 3. März 2020 bekannt gab, wird der Export von 26 Wirkstoffen und Arzneimitteln aufgrund des sich weltweit ausbreitenden Coronavirus bis auf Weiteres stark eingeschränkt.

Dazu gibt es keine weitere Erklärung der Regierung. Dinesh Dua, Vorsitzender der indischen Exportförderungsbehörde für Arzneimittel, sagte gegenüber Reuters, es könne in den nächsten Monaten zu akuten Engpässen kommen, sollten die durch das Virus bedingten Unterbrechungen der Produktions- und Lieferketten anhalten. Aus Indien kommt ein großer Teil der kostengünstigen Generika. Das Land bezieht etwa 70 Prozent seiner Wirkstoffe und Arzneimittel aus China und verarbeitet einen Großteil davon für den Export weiter.

Die Lieferung folgender indischer Wirkstoffe und Arzneimittel sowie von Zubereitungen daraus ist ab sofort eingeschränkt:

  • Aciclovir
  • Chloramphenicol
  • Clindamycin
  • Erythromycin
  • Metronidazol
  • Neomycin
  • Ornidazol
  • Paracetamol
  • Progesteron
  • Tinidazol
  • Vitamin B1 (Thiamin)
  • Vitamin B6 (Pyridoxin)
  • Vitamin B12 (Cobalamin)

Das BfArm erwartet kurzfristig keine Versorgungseinschränkungen für Deutschland. Die Wirkstoffe seien auch von anderen Produktionsorten zu beziehen oder stehen noch zur Verfügung. Sandoz, eine Generikasparte von Novartis, gibt bisher als einziger Hersteller einen Preisstopp für Antiinfektiva bekannt, um so einer drohenden Preisspirale entgegen zu wirken.


Quelle:

Fierce Pharma: Coronavirus spurs India to restrict exports of 2 dozen drugs

DAZ Online: Sandoz friert Preise für wichtige Generika ein

DAZ Online: Indien stoppt Arzneimittel-Export - welche Arzneimittel könnten knapp werden?



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