GMP Aktuell

14.06.2016

Operation PANGEA IX gegen illegale Arzneimittel

Zum neunten Mal fand vom 30. Mai bis 7. Juni 2016 die groß angelegte Aktion PANGEA statt, um Betreiber von Webseiten aufzuspüren, die illegale, gefährliche und verbotene Arzneimittel und Medizinprodukte vertreiben. Auch Zollbehörden und Versandeinrichtungen wurden in diese Aktion mit einbezogen. Koordiniert und unterstützt wurde PANGEA IX von INTERPOL. In Deutschland waren das Zollkriminalamt (ZKA) und das Bundeskriminalamt (BKA) federführend.

 

In Deutschland wird derzeit in 89 Fällen gegen Betreiber von in Deutschland nicht zugelassenen Arzneimitteln ermittelt. Gemäß einer Mittteilung des ZKA und des BKA wurden in nur einer Woche insgesamt 564 ausländische Brief- und Paketsendungen mit 50915 Tabletten, Kapseln und Ampullen aus dem Verkehr gezogen. Ein Großteil der Sendungen stamme aus Indien, aber auch Länder wie Singapur, China, Polen und Ungarn. Medikamente mit falschem Wirkstoffgehalt oder ohne Wirkstoff, wie auch Präparate mit gesundheitsgefährdenden Bestandteilen, sind im illegalen Arzneimittelhandel keine Seltenheit mehr.

Diese Zahlen sprechen denn auch für sich: Über 100 Staaten waren dieses Jahr an der Aktion gegen den Handel mit illegalen Arzneimitteln aus dem Internet beteiligt. 393 Personen wurden festgenommen. Weltweit wurden rund 12,2 Millionen Tabletten, Kapseln und Ampullen beschlagnahmt. Dies entspricht einem Wert von 53 Millionen US-Dollar.

In Deutschland tauchten mehrheitlich Potenzmittel (40 %) oder auch Schlankheits- und Haarwuchsmittel auf. Weltweit betrachtet wurden jedoch auch hoch kritische Arzneimittel und Medizinprodukte beschlagnahmt. Das Spektrum reichte von gefälschten Krebsarzneien, Malariamitteln, Cholesterinsenkern bis hin zu gefälschten medizinischen Geräten.

So ist es nur verständlich, dass BKA und ZKA erneut eindringlich vor dem Kauf von Produkten bei illegalen Online-Apotheken warnen. Denn nicht nur von den gefälschten Medikamenten geht ein hohes Risikopotential aus. Auch die Spam-Mails mit Arzneimittelwerbung enthalten nur allzu oft Schadsoftware, die die Computer ausspähen.


Quelle:

INTERPOL

BKA



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