• gmp-publishing.com
  • Login GMP-Datenbanken
  • Warenkorb
GMP-Newsletter: LOGFILE

Lesen Sie GMP-News und informative Beiträge zum Thema GMP in unserem kostenlosen GMP-Newsletter "LOGFILE".

 

>>> Mehr Infos & Anmeldung

PDE-Gutachten
Seit 1. Juni 2016 müssen für alle Human- und Tierarzneimittel, die in Mehrzweckanlagen hergestellt werden PDE-Werte für enthaltene Wirkstoffe ermittelt werden.

Image

Wir liefern zur Zeit PDE-Gutachten für über 1500 Wirkstoffe!

Sie erhalten Ihr Gutachten:
...gemäß EMA-Richtlinie
...auf Englisch
...ausgestellt auf Ihr Unternehmen
...erstellt durch europ. Toxikologen

>>> Mehr erfahren
GMP-Risikoanalysen

Image

Standardvorlagen für Räume und Ausrüstung im pharmazeutischen Umfeld

Einfach, schnell und günstig zur Risikoanalyse

>>> Jetzt informieren: GMP-Risikoanalysen

GMP LOGFILE: Leitartikel

17.01.2017

LOGFILE Nr. 02/2017 – Kernmerkmale pharmazeutischer Isolatoren

Kernmerkmale pharmazeutischer Isolatoren

Ein Auszug aus dem GMP-Fachwissen Buch Reinräume richtig planen

von Dr. Hans H. Schicht

 

Isolatoren sind kompakte, in ihren Abmessungen auf ein Minimum reduzierte und in sich geschlossene Gerate, die Prozesse strikt von ihrer Umgebung und von direktem Kontakt mit dem Menschen abschirmen.

Im Isolator wird das bewahrte reinraumtechnische Schutzkonzept durch folgende Sicherheitsmerkmale ergänzt:

  • eine möglichst konsequente und strikte Trennung von Mensch und Prozess
  • die weitest mögliche Abkopplung des im Isolator umgewälzten Luftstroms von der Belüftung des umgebenden Arbeitsraums
  • die Möglichkeit, die Oberflächen innerhalb des Isolators hochwirksam mittels geeigneter dampfförmiger Biodekontaminationsagentien zu sanitisieren
  • die Möglichkeit des sterilen Ein- und Ausschleusens von Materialien und Gegenständen.

Eingriffe in das Geräteinnere ohne Beeinträchtigung der Sterilität ermöglichen die in die Isolatorkonturen integrierten Handschuh/Ärmel-Einheiten oder Halbanzüge (Abbildung 5-2).

Image

Spezielle Andockmodule (Abbildung 5-3) dienen der sterilen Ein- und Ausschleusung von Material.

Image

Je nach Anwendung können Isolatoren mit turbulenter Mischströmung oder mit turbulenzarmer Verdrängungsströmung ausgelegt werden: bei Chargenprozessen zieht man eher die hinsichtlich der umgewälzten Luftmengen sehr sparsame turbulente Mischströmung vor, bei solchen für kontinuierliche Prozesse eher die im Luftmengenbedarf aufwändigere turbulenzarme Verdrängungsströmung.

Schützt ein Isolator einen Chargenprozess, so lassen sich die oben aufgelisteten Kernmerkmale eines Isolators praktisch kompromisslos in technische Realität umsetzen. Ein Beispiel ist der in Abbildung 5-4 gezeigte Isolator für den ¬Sterilitätstest. Dieser Isolator besteht aus einem Beschickungs- und Biodekontaminationsmodul für das eingebrachte Prüfgut (dessen äußere Oberflächen beim Einbringen nicht steril sind), sowie dem daran anschließenden Arbeitsmodul für den Nachweis der Sterilität des Inhalts der Verpackungseinheiten. Im Vergleich zur Abwicklung des Sterilitätstests in einer Biosicherheits-Werkbank ermöglicht der Isolator, das Risiko einer Laborkontamination des Probeguts (falsch positives Ergebnis) weitestgehend auszuschalten, weshalb er sich für diese Aufgabe heute weltweit durchsetzt.

Image

Abweichungen vom idealisierten Isolatorprinzip sind hingegen unausweichlich, wenn der Isolator kontinuierliche Prozesse zu schützen hat – also z. B. Abfüllprozesse mit hoher Produktionsleistung. Dabei treten die zu befüllenden sterilisierten und depyrogenisierten Primärverpackungseinheiten (z. B. Fläschchen) in kontinuierlichem Strom in den Isolator ein und werden nach dem Abfüllen und Verschließen in kontinuierlichem Strom ausgeschleust; die vorsterilisierten Stopfen werden so in den Isolator eingebracht, dass deren Sterilität ungebrochen bleibt. Das strenge Prinzip der physischen Trennung von Prozessraum und Umgebung ist hier also punktuell unterbrochen: Lokal übernehmen nun aerodynamische Barrieren, die nach dem Überströmprinzip funktionieren, die Funktion der hermetischen Abschirmung des Isolatorinneren nach außen hin. Die für den kontinuierlichen Materialfluss unentbehrlichen Öffnungen, die sogenannten Mouseholes (Mauselöcher), sind so klein wie nur irgend möglich zu dimensionieren. Als Beispiel für den Schutz einer großtechnischen Abfüllung zeigt Abbildung 5-5 einen Isolator für die Abfüllung von Fertigspritzen.

Image

Abgestimmt auf die Einsatzaufgabe können Isolatoren mit starren oder flexiblen Begrenzungsflächen ausgestattet sein (hard wall- oder soft wall-Konzept). Bei Geräten für den Einsatz im Laborbereich kommt gelegentlich noch die Bauweise mit flexiblen Wänden zum Einsatz (verschweißte Kunststofffolien in einer metallischen Rahmenstruktur), bei solchen für den Produktionsbetrieb jedoch stets die Ausführung mit starren Wänden (Panels aus rostfreiem Stahl mit Fenstern aus Glas, gelegentlich in Doppelwandausführung).

Die Ausführung mit flexiblen Wänden hat sich jetzt eine neue Anwendung erschlossen: es handelt sich hierbei um Einwegisolatoren, die zum Zuge kommen, wenn sie sich bei einem Produktwechsel gegenüber einem komplexen Reinigungsprozess als wirtschaftlicher erweisen. Dies betrifft sowohl die Arzneimittel- als auch die Wirkstoffherstellung.

Mit ihrer besonderen Kombination von Merkmalen potenziert die Isolatortechnik das hohe Sicherheitsniveau, das die moderne Reinraumtechnik an sich schon bietet. Eine Kette von Sicherheitsmaßnahmen ist aber nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Mit dem Isolator allein ist es also nicht getan: Sein Einsatz erzwingt geradezu eine konsequente Schwachstellen- und Risikoanalyse des Gesamtprozesses, und die ebenso konsequente Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse in ein allumfassendes sicherheitstechnisches Gesamtkonzept.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem GMP-Fachwissen Buch Reinräume richtig planen

Image

LOGFILE-02-Kernmerkmale_pharmazeutischer_Isolatoren.pdf

Autor:

Dr. Hans H. Schicht
Selbstständiger Unternehmensberater, Zumikon, CH

Kommentare
Es wurden bisher noch keine Kommentare zu dieser News geschrieben
 
 
Unsere News-Redaktion empfiehlt
GMP-konformer Betrieb von pharmazeutischen Produktionsanlagen
SOP 503-01 Reinigung von Räumen und Einrichtungen
Kernprozesse im Pharmalabor