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GMP LOGFILE: Leitartikel

26.06.2018

LOGFILE Nr. 25/2018 – Aufgaben eines Logistikdienstleisters

Aufgaben eines Logistikdienstleisters

Ein Auszug aus dem neuen GMP-Fachwissen Transport von Arzneimitteln

4 Min. Lesezeit

von Dr. Nicola Spiggelkötter

 

Logistikdienstleister übernehmen immer weitreichendere Aufgaben in der Lieferkette. Die Leistungen, die sie anbieten, fallen in den Dienstleistungsbereich, der durch einen hohen Grad an Immaterialität gekennzeichnet ist. Die Leistungserbringung erfolgt durch den Logistikdienstleister an einem externen Faktor, d. h. an Produkten, über die er nicht autonom verfügen kann. Daraus erwächst die Notwendigkeit, vom Auftraggeber weitreichende Informationen über das Transportgut einzufordern, damit ein sachgerechter Umgang beim Transport seitens des Transportdienstleisters erbracht werden kann. Außerdem ist diese Konstellation ein Haupttreiber für die ausgesprochene Kundenorientiertheit dieser Branche. Je komplexer die Leistung ist, die beispielsweise ein pharmazeutischer Auftraggeber von seinem Transportdienstleister anfordert, umso enger und verzahnter werden folglich auch die Geschäftsprozesse zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer.

Was sind nun die Kernaufgaben der Logistik? Allgemein formuliert, versteht man darunter die Bereitstellung der Verfügbarkeit. Genauer formuliert es Plowmann in seiner „7-Rights-Definition“.

Danach gewährleistet die Logistik die Verfügbarkeit

  1. des richtigen Gutes,
  2. in der richtigen Menge,
  3. im richtigen Zustand,
  4. am richtigen Ort,
  5. zur richtigen Zeit,
  6. für den richtigen Kunden,
  7. zu den richtigen Kosten.

Das Leistungsspektrum der Logistik umfasst dabei verschiedene Kernaufgaben, die in
Abbildung 1 dargestellt sind und nachfolgend kurz erläutert werden.

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Abbildung 1 Kernaufgaben der Logistik

Die Dispositionsfunktion umfasst die klassischen Speditionsaufgaben wie die Beratung, Planung und Wahl des Transportmittels, den Abschluss von Frachtverträgen, das Ausstellen von Transportdokumenten und letztendlich die Frachtkontrolle.

  • Die Beförderungsfunktion betrifft den eigentlichen Warentransport per LKW, Luftfracht oder ggf. Schiffsfracht.
  • Die Umschlagsfunktion beinhaltet das Umladen von einem LKW in einen anderen, evtl. verbunden mit einer Zwischenlagerung.
  • Die Lagerungsfunktion umfasst das Sammeln von Transportgütern, bis das erforderliche Ladungsvolumen erreicht ist. Dies ist von der jeweiligen Destination abhängig.
  • Die Informationsfunktion bezieht sich auf die Erfassung, Übermittlung und Verarbeitung von Informationen zu Sendungsstatus, Zeit, Temperatur, Verzögerungen, Ankunft etc. Die Informationen fließen dabei sowohl vom Fahrer zum Disponenten und umgekehrt als auch vom Disponenten zum Kunden und umgekehrt.

Viele Transportdienstleister erweitern ihr Leistungsspektrum, da sie gerade in den Sonder- und Komplementärfunktionen solide Wertschöpfungspotenziale sehen. Ein breites Leistungsspektrum und -angebot umfasst dann neben den bereits erwähnten Funktionen beispielsweise auch Finanzierungsleistungen, zusätzliche Leistungstools der Telematik (z. B. Sicherheitsfeatures wie Door Lock oder Engine Stop) oder GPS-Monitoring von Temperaturen, Geschwindigkeiten etc. Diese zusätzlichen Features spielen insbesondere bei hochpreisigen Arzneimitteltransporten eine wettbewerbsentscheidende Rolle bei der Selektion von Transportdienstleistern.

Im Hinblick auf Art und Umfang des Leistungsspektrums liegt eine Klassifikation von Transportdienstleistern in Einzeldienstleister, Verbunddienstleister sowie Systemdienstleister nahe.

  • Einzeldienstleister weisen einen sehr hohen Spezialisierungsgrad auf, sie bieten nur ausgewählte Komponenten aus dem Leistungsspektrum an. Die Kundenbeziehungen sind durchweg auf Langfristigkeit ausgelegt, was die Gefahr von Abhängigkeiten von einzelnen Kunden in sich birgt.
  • Verbunddienstleister dagegen zielen auf eine breite, anonyme Kundschaft, das angebotene Leistungsspektrum besteht aus einer Kombination von vielen logistischen Einzelleistungen. Der Spezialisierungsgrad ist gering.
  • Systemdienstleister, auch als Kontraktlogistiker bezeichnet, verfügen über vollständig integrierte Logistiksysteme, wobei der Anteil der nicht logistischen Leistungen sehr hoch ist. Eine übliche Bezeichnung hierfür ist auch Third Party Logistics, oder abgekürzt 3 PL. Die Weiterentwicklung des 3 PL ist ein 4 PL. Dieser verfügt selbst über kein logistisches Netzwerk mehr, er widmet sich ausschließlich der Koordination der logistischen Prozesse und der daran beteiligten Logistikdienstleister. Ein Lead Logistic Provider (LLP) agiert als Sprachrohr bzw. Kommunikator für die weiteren Transportdienstleister mit dem Ziel, dass der Auftraggeber nur mit einem Ansprechpartner zu tun hat. Dies hat sich bei Großunternehmen als gängige Praxis erwiesen und vereinfacht die erforderlichen Koordinationsaufgaben wesentlich.

Pharmalogistiker sind mehrheitlich als Systemdienstleister unterwegs, ob nun als 3PL oder 4PL. Überwachungs- und Monitoringaufgaben, wobei Temperaturmonitoring nur ein Teilbereich ist, nehmen dabei einen breiten Raum ein. Für diesen Aufgabenbereich werden üblicherweise intelligente Telematiksysteme eingesetzt.

Der Logistikmarkt ist geprägt durch die abgeleitete Nachfrage, d.h. die Nachfrage nach Transporten hängt direkt von der Nachfrage der jeweiligen Produkte ab: Ist die Nachfrage an Arzneimitteln im In- und Ausland groß, werden entsprechend viele Transporte nachgefragt. Das angebotene Leistungsspektrum tendiert zu zeitkritischeren und komplexeren Leistungen. Viele Transportdienstleister sehen ihre Chance in der Entwicklung und Bereitstellung von innovativen Speziallösungen mit einer deutlichen Dominanz der Sonderleistungen über den logistischen Leistungen.

LOGFILE-25-Aufgaben-eines-Logistikdienstleisters.pdf

Quellen:

Dieser Text ist ein Auszug aus dem GMP-Fachwissen Transport von Arzneimitteln

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Arzneimittel sollen den Weg vom Hersteller bis zum Endverbraucher unbeschadet und ohne Qualitätsverlust überstehen. Doch gerade dieser Abschnitt im Lebenszyklus eines Arzneimittels birgt viele Risiken. Um die Qualität dennoch sicher zu stellen, müssen während des Transports geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Diese werden als Gute Vertriebspraxis (Good Distribution Practice, GDP) bezeichnet.

In diesem Buch werden die aktuellen behördlichen Anforderungen an den Transport und ihre Umsetzung in die Praxis ausführlich erläutert. Anhand von Beispielen wird gezeigt, wie Versandgebinde und Transportfahrzeuge risikobasiert qualifiziert werden können. Hinweise zur Auswahl und Qualifizierung von Logistikdienstleistern und Überlegungen zur Transportvalidierung runden das Themenspektrum ab.

Aus dem Inhalt:

  • Transportarten und Transportbedingungen
  • Qualifizierung von Transportgebinden und -fahrzeugen
  • Risikomanagement in der Supply Chain
  • Logistikdienstleister
  • Transportvalidierung

Autor:

Dr. Nicola Spiggelkötter
Unternehmensberaterin
Knowledge & Support, Bad Harzburg
E-Mail: dr.spiggelkoetter@knowledge-support.info

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