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GMP LOGFILE: Leitartikel

29.08.2017

LOGFILE Nr. 32/2017 – FDA-Leitlinie für Kombinationsprodukte

FDA-Leitlinie für Kombinationsprodukte

Auszug aus dem GMP-BERATER, Kapitel 22.R.4

Lesezeit 5 min.

von Dipl.-Ing. (FH) Martin Felch, Dr. Volker Lücker, Dr. Katherine M. Wortley

 

Bereits 2015 veröffentlichte die FDA eine Draft Guideline zum Thema Kombinationsprodukte. Seit Januar 2017 liegt die finale Fassung der „Guidance for Industry and FDA Staff: Current Good Manufacturing Practice Requirements for Combination Products“ vor. Die wichtigsten Inhalte dieses 60 seitigen Dokuments sollen nachfolgend kurz vorgestellt werden.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass in der finalen Fassung keine zusätzlichen Anforderungen mehr aufgenommen wurden. Dafür wurde die Frage, welche cGMP-Anforderungen exakt gelten, wenn ein Kombinationsprodukt vorliegt, detaillierter ausgeführt. Das Ziel hierbei war, von Seiten der FDA transparente und aktualisierte Anforderungen für die betroffenen Firmen zu definieren.

Die wichtigsten Inhalte

In Kapitel II und III der Leitlinie werden u.a. folgende Punkte erläutert:

  • Definition eines KombinationsproduktesQualität und aktuelle gute Herstellungspraxis
  • Übersicht der finalen Fassung
  • Rolle der Behörde
  • Nachweis der Compliance
  • Umgang mit Prüfpräparaten
  • Definitionen und Begriffe
  • GMP Anforderungen für ein Produkt oder eine Produktionsstätte
  • Change Control für Kombinationsprodukte

In Kapitel IV geht es dann um die Umsetzung der Vorschriften des 21 CFR 4.4(b). Hier wird unterteilt in Regelungen für Medizinprodukte (4.4(b)(1)) und solche für Arzneimittel (4.4(b)(2)).

Abschließend werden in Kapitel V Sonderfälle beschrieben wie z. B. befüllte Spritzen, medikamentenbeschichtete chirurgische Netze und medikamentenbeschichtete Stents.

Der Großteil des Regelwerkes besteht aus nichtbindenden Auslegungen und Erläuterungen zur Umsetzung und Abgrenzung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Diese können in der täglichen Praxis einen guten Leitfaden zur Umsetzung der Anforderungen der 21 CFR Part 4 bilden.

Hintergrundinformationen und Erläuterungen

Der grundlegende Anspruch der FDA ist es sicherzustellen, dass ausschließlich qualitativ einwandfreie Produkte (Arzneimittel, Medizinprodukte und Kombinationsprodukte) auf den Markt kommen. Diese müssen in der Lage sein, jederzeit und zuverlässig die Spezifikationen und den bestimmungsgemäßen Gebrauch zu gewährleisten. Die hier vorgestellte Leitlinie soll den erforderlichen Mindest-Rahmen zur Sicherstellung dieser Anforderungen schaffen. Dieser Rahmen beinhaltet auch Anforderungen, die aus dem Europäischen Raum bekannt sind, wie z. B. nach dem Medizinproduktegesetz, der EWG-Richtlinie 93/42 EWG und der DIN EN ISO 13485:2016. Dabei handelt es sich um Forderungen hinsichtlich Produkt-Design, Monitoring und Kontrolle der Herstellung (inkl. Anforderungen an Gebäude und Infrastruktur/Anlagen). Das hierzu notwendige Qualitätsmanagementsystem sollte folgende Elemente beinhalten:

  • Definition und Umgang mit Rohmaterialien
  • Etablierung eines stabilen Herstellungsprozesses (Messung über KPIs)
  • Etablierter Prozess zur Erkennung von und zum Umgang mit Abweichungen
  • Etablierung eines CAPA-Prozesses
  • Ständige und fortlaufende Überwachung des Systems auf Angemessenheit und Funktion

Im Kapitel III der Leitlinie werden Begriffe definiert, u.a. die Begriffe Herstellung bzw. Hersteller und die Unterscheidung zwischen Bestandteil (constituent part) und Komponente (component).

Zusammenfassend sollen folgende Punkte hervorgehoben werden:

  • Die Bestandteile eines Kombinationsprodukts behalten ihren regulatorischen Status (z. B. als Arzneimittel oder Gerät), nachdem sie kombiniert wurden. Die endgültige Leitlinie verdeutlicht, dass die CGMP-Anforderungen, die für jeden der Bestandteile gelten, auch für das Kombinationsprodukt gelten, das sie darstellen.
  • Die in der Leitlinie genannten Regeln für CGMP-Anforderungen für Kombinationsprodukte gelten für alle Kombinationsprodukte. 

Im CFR Part 4 werden die Anforderungen an Einkomponenten-Kombinationsprodukte und co-verpackte Kombinationsprodukte beschrieben. Prinzipiell bestehen zwei Möglichkeiten, die Einhaltung der CGMP-Anforderungen zu demonstrieren:

  • Unter der ersten Option zeigen die Hersteller die Einhaltung aller CGMP-Vorschriften, die für jeden der Bestandteile gelten, die in dem Kombinationsprodukt enthalten sind (maximaler Ansatz!)
  • Unter der zweiten Option implementieren die Hersteller einen vereinfachten Ansatz für Kombinationsprodukte, die sowohl ein Arzneimittel als auch ein Medizinprodukt enthalten, indem sie die Übereinstimmung mit den cGMP-Vorgaben für Arzneimittel ODER mit den Anforderungen an ein Qualitätssystem für Medizinprodukte nachweisen. In diesem Fall muss zusätzlich die Einhaltung spezifischer Vorgaben der jeweils anderen Kategorie gezeigt werden. Nähere Anforderungen finden Sie in folgenden Teilen des CFRs:
    o 21 CFR 210 und 211 (cGMP für Arzneimittel)
    o 21 CFR 820 (QS für Medizinprodukte)
    o 21 CFR 600 bis 680 für biologische Produkte

Insbesondere der vereinfachte Ansatz unter 21 CFR 4.4(b) sieht vor, dass Kombinationsprodukthersteller die Anforderungen sowohl der Arzneimittel-CGMPs als auch der Medizinprodukte-QS-Regulierung erfüllen können, indem sie ein entsprechendes QM-System implementieren (siehe Kapitel 22.R.3 Qualitätsmanagementsysteme für Kombinationsprodukte). Hier sieht die Leitlinie mehrere mögliche Ansätze vor.

Weiterführende Literatur:

  • 21 CFR 211 (Gute Herstellungspraxis für Arzneimittel, siehe Kapitel I.1.2)
  • 21 CFR 820 (QS-System für Medizinprodukte, siehe Kapitel I.1.4)
  • 21 CFR 4 (Kombinationsprodukte, siehe Kapitel I.1.5)
  • Guidance for Industry and FDA Staff: Current Good Manufacturing Practice for Combination Products (Final Guidance January 2017)

 

LOGFILE-32-FDA-Leitlinie_fuer_Kombinationsprodukte.pdf

Dieser Text ist ein Auszug aus dem GMP-BERATER, Kapitel 22.R.4.

Autoren:

Dipl.-Ing. (FH) Martin Felch
Iso-project Felch GmbH, Gernsheim

Dr. Volker Lücker
Kanzlei Lücker MP-Recht, Essen
E-Mail: vlr@mp-recht.de

Dr. Katherine M. Wortley
AbbVie Inc., Chicago, USA
E-Mail: service@gmp-verlag.de

 

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