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GMP LOGFILE: Leitartikel

27.09.2016

LOGFILE Nr. 36/2016 – Entwurf EMA Q&A-Papier zur WFI-Herstellung ohne Destillation

Noch nicht alles klar: Entwurf des EMA-Q&A-Papiers zur WFI-Herstellung ohne Destillation

Ein Interview mit Fritz Röder

 

Die EMA hat am 05. August 2016 ein Frage-und-Antwort-Papier zur Herstellung von Wasser für Injektionszwecke (WFI) ohne Destillation, die das Europäische Arzneibuch seit Neuestem in der revidierten WFI-Monographie zulässt, zur Konsultation veröffentlicht. Das Dokument soll Hilfestellung geben zur Nutzung von Umkehrosmose (Teil I) sowie detaillierte Hinweise zur Kontrolle von Biofilmen (Teil II).

Es bleibt allerdings an vielen Stellen eher allgemein gehalten.

Wir haben unseren Autor Fritz Röder nach seiner Meinung zu dem neuen Dokument gefragt. Verpassen Sie nicht seine interessanten Antworten, die seinen reichen Erfahrungsschatz mit der Installation und dem Betreiben von Wasseranlagen widerspiegeln.

Das EMA-Dokument soll eigentlich die praktische Umsetzung der neugefassten WFI-Monographie des Europäischen Arzneibuchs erleichtern. Aber Ihnen ist eine Reihe von Punkten aufgefallen, die gerade in der Praxis so ohne weiteres gar nicht umzusetzen sind und einer Klarstellung bedürfen. Welche sind das?

Ja, das Frage-und-Antwort-Papier wirkt auf mich, als hätte man noch das eine oder andere Detail präzisieren können. Es enthält noch zahlreiche Unklarheiten oder zumindest diskussionswürdige Punkte.

  • Das Verteilsystem soll z.B. dampfsterilisierbar "zusammen mit anderen Sanitisierungsmethoden" sein. Damit ist wohl eine zusätzliche Ozonierung gemeint. Das ist in der Praxis jedoch nicht einfach umzusetzen. Speziell die Temperaturbeständigkeit vieler Komponenten, z.B: der Ozongeneratoren, der zugehörigen Messgeräte sowie der UV-Systeme ist dabei zu prüfen. Gegebenenfalls müssen diese Teile bei der Sterilisation ausgenommen werden.
  • Auch ein Hinweis auf dampfbeständige Umkehrosmosemembranen (Temperaturbeständigkeit bis 120 °C) ist enthalten. Hintergrund ist das Verkeimungspotential der Membranoberflächen. Diese sind allerdings bisher noch nicht erhältlich. Die heutigen Membranen halten 85 °C aus.
  • Probenzug: Alle Stellen im Verteilsystem, an denen Wasser entnommen wird, sollen täglich beprobt werden. Das ist sehr aufwändig und kostenintensiv. Das könnte ein KO-Kriterium für dieses Verfahren sein. Die Forderung seitens der Industrie nach alternativen Herstellmethoden für WFI rührte nicht zuletzt aus dem Einsparpotential, das die Membranverfahren bieten.
  • Der Einsatz von "rapid microbiological methods" wird zudem explizit in dem Dokument empfohlen. Im Zusammenhang mit den Schnellmethoden wird die Ph.Eur.-Monographie für WFI interessant. Die schreibt nämlich explizit klassische Methoden, also Inkubation, vor. Im Q&A-Dokument wird daher auf Ph.Eur. 5.1.6. (alternative methods) verwiesen. Die US-Regularien haben dieses Akzeptanzproblem nicht (siehe USP 1223 und 1231). Dementsprechend können die Schnellmethoden derzeit ausschliesslich zusätzlich zum Probezug zugelassen sein, und nicht die klassische Methode ersetzen.
  • Zum Trending gibt es keine einheitlichen Aussagen: Man schreibt gleichzeitig, dass die Trendingfrequenz entscheidend ist (Zeile 388), aber auch ein jährliches Trending akzeptabel ist (Zeile 377). Das Trending erfolgt normalerweise mit dem PQR. Wie man öfter als jährlich ein sinnvolles Trending betreiben will, bleibt unklar. Schließlich sollen die saisonalen Veränderungen im Wasser erfasst werden, und dazu ist auch ein Jahresüberblick inklusive statistischer Betrachtung notwendig. Die Daten können häufiger erfasst und betrachtet werden, die vollständige Auswertung jedoch nicht.

Der zweite Teil des Dokuments dreht sich um die Kontrolle von Biofilmen. Gibt es hier hilfreiche Hinweise?

Der zweite Teil bleibt vorwiegend allgemein. Man findet keine neuen Informationen, die nicht schon beispielsweise in der neuen Fassung von USP 1231 „Wasser für Pharmazeutische Anwendungen“ enthalten wären.

Gibt es Ihrer Meinung nach wichtige Themen, die das Frage-und-Antwort-Papier nicht anspricht?

Ein wichtiges Thema bleibt fast unerwähnt, nämlich das Thema „Betrieb und Wartung". Der Aufwand dafür dürfte deutlich intensiver sein, als es bei herkömmlichen Anlagen zur Erzeugung von Purified Water (nicht WFI) ist. Dieses Thema sollte noch ausführlich diskutiert werden, da sich auch hier ein nicht zu unterschätzender Kostenblock verbirgt. Und ein pharmazeutischer Unternehmer wird sich nur innovativ zeigen und die neuerdings erlaubten Technologien verwenden, wenn es sich für ihn wirtschaftlich auch lohnt.

Eine Kommentierung des Entwurfs ist noch bis zum 04. November 2016 möglich. Von dieser Möglichkeit sollte - auch angesichts der noch bestehenden Unklarheiten - rege Gebrauch gemacht werden.

LOGFILE_36-Interview-EMA-QA-WFI-Roeder.pdf

Quellen:

EMA/INS/GMP/489331/2016: Questions and answers on production of water for injections by non-distillation methods – reverse osmosis and biofilms and control strategies

Dieses Interview führte unsere Redakteurin Dr. Sabine Paris mit:

Fritz Röder
Allergan plc
E-Mail: roederfritz@googlemail.com
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