Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
EMA: 2 neue Q&As zu Third-Party-Audits bei Wirkstofflieferanten

EMA: 2 neue Q&As zu Third-Party-Audits bei Wirkstofflieferanten

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat ihre Fragen und Antworten zu GMP und GDP aktualisiert. Die EMA hat zwei Fragen und Antworten zu Third-Party-Audits zu den grundlegenden Anforderungen an als Ausgangsmaterial verwendete Wirkstoffe hinzugefügt.

1. Ist ein Third-Party-Audit zulässig?

In der Compilation of Union Procedures gibt es eine Leitlinie für Inspektoren, die darlegt, wann Behörden Inspektionen bei Wirkstoffherstellern durchführen sollten. Die Leitlinie erwartet, dass Arzneimittelhersteller Audits bei ihren Wirkstofflieferanten durchführen. Gemäß Artikel 46(f) der Richtlinie 2001/83/EG müssen Inhaber einer Herstellungserlaubnis (hier: Hersteller) sicherstellen, dass ihre Wirkstofflieferanten die GMP-Anforderungen einhalten – entweder durch eigene Audits oder durch beauftragte Dritte im Rahmen geeigneter vertraglicher Vereinbarungen.

Wichtige Punkte im Überblick:

  • Audits durch den Hersteller müssen Teil des Qualitätssicherungssystems sein, von qualifiziertem Personal durchgeführt und dokumentiert werden.
  • Third-Party-Audits sind zulässig, sofern Kapitel 7 der EU-GMP-Leitlinien eingehalten und die vertraglichen Regelungen klar definiert sind.
  • Interessenkonflikte (CoI) müssen erkannt, offengelegt, auf ihre Auswirkungen bewertet und dokumentiert werden. Mögliche Interessenkonflikte sind z. B. persönliche oder finanzielle Verbindungen, frühere Beschäftigung beim auditierten Unternehmen oder wirtschaftliches Interesse am Auditergebnis.
  • Qualitätssysteme der Auditoren müssen die Integrität der Audits absichern. Verantwortliche QPs müssen bei der Bewertung der Auditberichte auch die Angaben zu Interessenkonflikten berücksichtigen.
  • Die genannten Prinzipien gelten auch für "Joint-Audits", bei denen mehrere Hersteller gemeinsam einen Third-Party-Auditor beauftragen.

2. Welche Erwartungen bestehen an den Inhalt der schriftlichen Abschlussbewertung von Third-Party-Auditberichten?

Die Qualified Person (QP) trägt die Gesamtverantwortung dafür, dass Auditberichte von Third-Party-Auditoren angemessen bewertet werden. Eine schriftliche Abschlussbewertung muss diese Prüfung nachvollziehbar zusammenfassen und bei behördlicher Anforderung verfügbar sein.

Die Bewertung sollte alle relevanten Aspekte des Auditprozesses und -berichts umfassen, darunter:

  • Prüfung der vertraglichen Vereinbarungen
  • Umfang, Dauer und Häufigkeit des Audits
  • Kompetenz der Auditoren im Hinblick auf den Auditgegenstand
  • Bewertung der CAPAs und deren Nachverfolgung
  • Berücksichtigung möglicher Interessenkonflikte

Quelle:

EMA: Guidance on good manufacturing practice and good distribution practice: Questions and answers


Kennen Sie den GMP-BERATER?

Er ist das weltweit größte Wissensportal für Qualitätsmanagement in der Pharmaindustrie. Der Demozugang ist kostenlos und endet automatisch.

Jetzt unverbindlich testen

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

EMA: Überarbeitung von Anhang 6 - Herstellung medizinischer Gase

EMA: Überarbeitung von Anhang 6 - Herstellung medizinischer Gase

EMA und PIC/S haben ein Concept Paper zur Überarbeitung von Anhang 6 Herstellung medizinischer Gase des EU-GMP-Leitfadens veröffentlicht. Die derzeit gültige Version stammt aus 2010. Die geplante Aktualisierung soll die aktuelle Herstellungspraxis, technologische Entwicklungen sowie Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie berücksichtigen.

Weiterlesen
EMA: Konzeptpapier zur Revision von Anhang 15

EMA: Konzeptpapier zur Revision von Anhang 15

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und PIC/S haben ein Concept Paper zur gezielten Überarbeitung von Anhang 15 des EU-GMP-Leitfadens (Qualififizierung and Validierung) veröffentlicht.

Weiterlesen
Worauf wird bei der Inspektion von Räumen besonders geachtet?

Worauf wird bei der Inspektion von Räumen besonders geachtet?

Hier geht es zur Antwort:
Weiterlesen
Welche Rolle spielt die Risikobewertung beim Einsatz von KI-Systemen in der Personalentwicklung?

Welche Rolle spielt die Risikobewertung beim Einsatz von KI-Systemen in der Personalentwicklung?

KI-Systeme treten im Bereich von GMP-Schulungen in vielfältiger Form und unterschiedlichsten Anwendungen in Erscheinung. Die Entwicklung in diesem Bereich verläuft rasant. Dementsprechend ist es schwer, abschließend zu definieren, was ein KI-System darstellt und umfasst.

Weiterlesen
EMA: Diskussionen zum revidierten Leitfaden zur Umweltrisikobewertung (ERA)

EMA: Diskussionen zum revidierten Leitfaden zur Umweltrisikobewertung (ERA)

Im Rahmen des zweiten Industrie-Stakeholder-Webinars zum revidierten Leitfaden zur Umwelt­risiko­bewertung (ERA) für Humanarzneimittel diskutierte die European Medicines Agency (EMA) zentrale Umsetzungsfragen aus der ersten Anwendungsphase des neuen Leitfadens.
Weiterlesen
EMA: Reflection Paper zu nicht-mutagenen Verunreinigungen (NMIs)

EMA: Reflection Paper zu nicht-mutagenen Verunreinigungen (NMIs)

Die EMA hat ein neues Reflection Paper zur Qualifizierung nicht-mutagener Verunreinigungen (NMIs) veröffentlicht. Das Dokument beschreibt den aktuellen regulatorischen Denkstand zur Bewertung der Sicherheit neuer oder erhöhter Verunreinigungsniveaus, insbesondere wenn diese oberhalb der in ICH Q3A/Q3B definierten Qualification Thresholds liegen und erst nach Abschluss nicht-klinischer Toxikologiestudien identifiziert werden.
Weiterlesen
Vorheriges
Nächstes