Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
EMA: PDE für Chlorbutanol als Hilfstoff überprüft

EMA: PDE für Chlorbutanol als Hilfstoff überprüft

Die CMDh (Koordinierungsgruppe der EMA für Verfahren der gegenseitigen Anerkennung und Dezentrale Verfahren) ist mit folgenden zwei Fragen zu Chlorbutanol an eine der für Sicherheit zuständigen Arbeitsgruppen (SWP) der EMA herangetreten: 

  1. Kann die Arbeitsgruppe "Sicherheit" bestätigen, dass die in Arzneimitteln allgemein verwendeten Mengen an Chlorbutanol aus toxikologischer Sicht unbedenklich sind? 

  2. Ist es möglich, akzeptable Aufnahmemengen von Chlorbutanol zu bestimmen? 

Die EMA hat das 15-seitige Antwortdokument der SWP auf diese Fragen am 17. März 2021 veröffentlicht.

Berücksichtigt wurden die Ergebnisse der veterinärtoxikologischen Studie “OECD TG 422 Combined Repeat-dose toxicity study with the reproduction/developmental toxicity screening test”. Diese Studie wurde als einzige geeignete Studie hierfür betrachtet.

  • Basierend auf einem LOEL von 10 mg/kg/d und unter Anwendung des in ICH Q3C(R6) beschriebenen Verfahrens zur Ableitung einer PDE, wurde zunächst ein PDE-Wert von 0,5 mg/Tag bestimmt. 

Daraus resultieren – zusammengefasst – diese Antworten der Sicherheitsgruppe an die CMDh: 

  1. Die üblicherweise in Arzneimitteln als Hilfsstoff verwendeten Chlorobutanolwerte können für die lebenslange Anwendung als unbedenklich angesehen werden, wenn sie beim oder unter demabgeleitetenn PDE-Wert von 0,5 mg/Tag liegen. Bei kurzfristiger Anwendung können höhere Expositionen von Chlorobutanol von Fall zu Fall akzeptabel sein. In solchen Fällen sollte die Nutzen-/Risiko-Abwägung mit größter Sorgfalt erfolgen.

  2. Die Mehrheit an publizierten toxikologischen Studien wurde als nicht geeignet erachtet, um generell einen PDE-Wert für Chlorbutanol abzuleiten, da diese Studien in Bezug auf Studiendesign und Behandlungsdauer stark eingeschränkt waren. Lediglich eine GLP-konforme OECD TG 422 Studie mit Chlorbutanol konnte identifiziert werden, die beim MITI in Japan eingereicht wurde. Diese Studie wurde als ausreichend angesehen, um eine PDE für Chlorbutanol abzuleiten. Das Ergebnis aus dieser Studie lautet: 
    Zusammenfassend wurde aus dieser Studie eine PDE von 0,5 mg/d für Chlorbutanol für die lebenslange Behandlung abgeleitet, die eine Sicherheitsspanne vom 4-fachen der niedrigsten Dosis bietet, bei der nach Infusionsgabe kardiale Effekte bei Patienten beobachtet wurde.


Quelle:

EMA: SWP response to CMDh questions on chlorobutanol

Kennen Sie den GMP-BERATER?

Er ist das weltweit größte Wissensportal für Qualitätsmanagement in der Pharmaindustrie. Der Demozugang ist kostenlos und endet automatisch.

Jetzt unverbindlich testen

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Wofür ist der Qualifizierungskoordinator verantwortlich?

Wofür ist der Qualifizierungskoordinator verantwortlich?

Hier geht es zur Antwort:
Weiterlesen
Vom Routinebetrieb bis zur Requalifizierung: den qualifizierten Zustand dauerhaft erhalten

Vom Routinebetrieb bis zur Requalifizierung: den qualifizierten Zustand dauerhaft erhalten

Die Qualifizierung einer Anlage endet nicht mit der Performance Qualification (PQ). Erst das Zusammenspiel aus Instandhaltung, Periodic Reviews, Änderungsmanagement und Requalifizierungen während der Betriebsphase gewährleistet den Erhalt des qualifizierten Zustands über den gesamten Lebenszyklus.
Weiterlesen
APIC: Aktualisiertes „How to do“-Dokument zu GDP für Wirkstoffe veröffentlicht

APIC: Aktualisiertes „How to do“-Dokument zu GDP für Wirkstoffe veröffentlicht

Das Active Pharmaceutical Ingredients Committee (APIC) veröffentlichte auf seiner Webseite die Version 3 des Dokuments "GDP for APIs: How to do“ (Juni 2026). Das Dokument bietet praktische Hinweise zur Umsetzung der Guten Vertriebspraxis für Wirkstoffe.

Weiterlesen
TGA: Prüfung der Übernahme internationaler wissenschaftlicher Leitlinien

TGA: Prüfung der Übernahme internationaler wissenschaftlicher Leitlinien

Die australische Zulassungsbehörde TGA (Therapeutic Goods Administration) verfolgt die Strategie, ihre regulatorischen Ansätze so weit wie möglich an vergleichbare internationale Standards anzupassen. Hierzu zählen die Zulassungsanforderungen der EU, der FDA und der ICH. In diesem Zusammenhang wurden bereits rund 370 internationale wissenschaftliche Leitlinien übernommen.

Weiterlesen
EU: Verstärkte Zusammenarbeit mit der WHO bei der Pandemievorsorge

EU: Verstärkte Zusammenarbeit mit der WHO bei der Pandemievorsorge

„Die öffentliche Gesundheit steht heute vor einer neuen Art von Herausforderung: Geschwindigkeit. Krankheiten breiten sich schneller und unvorhersehbarer aus denn je und überschreiten dabei Grenzen und Kontinente“, erklärte Hadja Lahbib, EU-Kommissarin für Gleichstellung, Katastrophenvorsorge und Krisenmanagement, anlässlich der Unterzeichnung einer EU4Health-Beitragsvereinbarung im Wert von über 4 Millionen Euro mit dem Zentrum für Pandemie- und Epidemieaufklärung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Berlin am 24.7.2026.

Weiterlesen
PIC/S: Überarbeitete Empfehlungen zu Qualifizierung und Validierung

PIC/S: Überarbeitete Empfehlungen zu Qualifizierung und Validierung

PIC/S hat die „Recommendations on Qualification and Validation“ (PI 006-4) grundlegend überarbeitet. Die neue Fassung wurde am 30. Juli 2026 veröffentlicht, tritt am 1. Oktober 2026 in Kraft und ersetzt die Version von 2007. Das Dokument wuchs von 26 auf 49 Seiten.
Weiterlesen
Vorheriges
Nächstes