Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Entwurf zum Annex 21: Import von Arzneimitteln veröffentlicht

Entwurf zum Annex 21: Import von Arzneimitteln veröffentlicht

Die Europäische Kommission hat am 20. März 2020 eine 4-seitige Entwurfsversion des neuen Annex 21 Importation of medicinal products veröffentlicht. Zusätzlich zu den Hauptkapiteln und Anhängen des EU-GMP-Leitfadens ist es notwendig geworden, spezielle Leitlinien für die Tätigkeit des Arzneimittelimports festzulegen.

Dieser Anhang enthält die Grundsätze und Leitlinien der Anforderungen an die Gute Praxis, die für einen Inhaber einer Herstellungs- und Einfuhrgenehmigung (MIA) gelten, der Arzneimittel (Human- und Tierarzneimittel) über die EU/EWR-Grenzen und somit aus Drittstaaten importiert. Arzneimittel, die nur mit der Absicht der Ausfuhr in die EU/EWR eingeführt werden und die weder verarbeitet noch für das Inverkehrbringen in der EU/EWR freigegeben sind, fallen nicht unter diesen Anhang.

Der Entwurf ist in sieben Kapitel gegliedert, die sich klassisch an der Struktur des EU-GMP-Leitfadens orientieren:

  • Anwendungsbereich
  • Grundsätze zum physischen Transfer aus einem Drittland und die Zertifizierung durch eine Sachkundige Person (QP)
  • Ein Pharmazeutisches Qualitätssystem, gemäß Kapitel 1 des EU-GMP-Leitfadens:
    Dazu gehören Product Quality Reviews, schriftliche Vereinbarungen zu den Verantwortlichkeiten aller Beteiligten, eine verlässliche Probenahmepraxis im Drittland, die Überprüfung von Transportabweichungen oder auch ein Vergleich der Analyseergebnisse aus dem Drittland und der Einfuhrprüfung vor Ort.
  • Räumlichkeiten und Ausrüstung am Herstellungsort und damit alle Anforderungen, die den EU-GMP-Anforderungen entsprechen müssen, sowie ein Quarantänebereich zur Lagerung bis zum Zeitpunkt der QP-Freigabe
  • Dokumentation und der geforderte Umfang, der sich daraus ergibt gemäß Annex 16
  • Tätigkeiten und alle Arbeitsschritte sollen, gemäß Kapitel 6, einem laufenden Stabilitätsprogramm unterliegen. Dies kann auch als ausgelagerte Tätigkeit im Drittland durchgeführt werden, wenn die QP alle nötigen Informationen erhält. Protokolle, Ergebnisse und Berichte, sollten für eine Inspektion beim MIA-Halter, der für die QP-Zertifizierung verantwortlich ist, zur Verfügung stehen. Der QP obliegt auch das Überprüfen der Sicherheitsmerkmale und die Verantwortung für Referenz- und Rückstellproben.
  • Beschwerden, Qualitätsmängel und Produktrückrufe sollen gemäß Kapitel 8 erfolgen. Zwischen dem Importstandort, dem Drittlandhersteller und dem MAH sollen dazu vertragliche Vereinbarungen definiert werden.

Das Entwurfsdokument ist für Importeure (MIA-Holders) und an der Lieferkette beteiligten Unternehmen von besonderer Bedeutung. Die Konsultationsfrist ist offen für alle in diesem Bereich tätigen Unternehmen und endet am 20. Juni 2020. Die nötigen Informationen sowie das erforderliche Template für eine Beteiligung finden Sie hier. Ein Zeitpunkt für das Inkrafttreten des Annex 21 ist noch nicht festgelegt.


Quelle:

EC: Stakeholder information

EC: Annex 21, Entwurfsdokument

Kennen Sie den GMP-BERATER?

Er ist das weltweit größte Wissensportal für Qualitätsmanagement in der Pharmaindustrie. Der Demozugang ist kostenlos und endet automatisch.

Jetzt unverbindlich testen

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

EMA: Überarbeitung von Anhang 6 - Herstellung medizinischer Gase

EMA: Überarbeitung von Anhang 6 - Herstellung medizinischer Gase

EMA und PIC/S haben ein Concept Paper zur Überarbeitung von Anhang 6 Herstellung medizinischer Gase des EU-GMP-Leitfadens veröffentlicht. Die derzeit gültige Version stammt aus 2010. Die geplante Aktualisierung soll die aktuelle Herstellungspraxis, technologische Entwicklungen sowie Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie berücksichtigen.

Weiterlesen
EMA: Konzeptpapier zur Revision von Anhang 15

EMA: Konzeptpapier zur Revision von Anhang 15

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und PIC/S haben ein Concept Paper zur gezielten Überarbeitung von Anhang 15 des EU-GMP-Leitfadens (Qualififizierung and Validierung) veröffentlicht.

Weiterlesen
Welche Rolle spielt die Risikobewertung beim Einsatz von KI-Systemen in der Personalentwicklung?

Welche Rolle spielt die Risikobewertung beim Einsatz von KI-Systemen in der Personalentwicklung?

KI-Systeme treten im Bereich von GMP-Schulungen in vielfältiger Form und unterschiedlichsten Anwendungen in Erscheinung. Die Entwicklung in diesem Bereich verläuft rasant. Dementsprechend ist es schwer, abschließend zu definieren, was ein KI-System darstellt und umfasst.

Weiterlesen
Worauf wird bei der Inspektion von Räumen besonders geachtet?

Worauf wird bei der Inspektion von Räumen besonders geachtet?

Hier geht es zur Antwort:
Weiterlesen
EMA: Reflection Paper zu nicht-mutagenen Verunreinigungen (NMIs)

EMA: Reflection Paper zu nicht-mutagenen Verunreinigungen (NMIs)

Die EMA hat ein neues Reflection Paper zur Qualifizierung nicht-mutagener Verunreinigungen (NMIs) veröffentlicht. Das Dokument beschreibt den aktuellen regulatorischen Denkstand zur Bewertung der Sicherheit neuer oder erhöhter Verunreinigungsniveaus, insbesondere wenn diese oberhalb der in ICH Q3A/Q3B definierten Qualification Thresholds liegen und erst nach Abschluss nicht-klinischer Toxikologiestudien identifiziert werden.
Weiterlesen
EMA: Diskussionen zum revidierten Leitfaden zur Umweltrisikobewertung (ERA)

EMA: Diskussionen zum revidierten Leitfaden zur Umweltrisikobewertung (ERA)

Im Rahmen des zweiten Industrie-Stakeholder-Webinars zum revidierten Leitfaden zur Umwelt­risiko­bewertung (ERA) für Humanarzneimittel diskutierte die European Medicines Agency (EMA) zentrale Umsetzungsfragen aus der ersten Anwendungsphase des neuen Leitfadens.
Weiterlesen
Vorheriges
Nächstes