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Europäische Kommission: Maßnahmen zur Sicherstellung der Arzneimittelversorgung
News: Europa

Europäische Kommission: Maßnahmen zur Sicherstellung der Arzneimittelversorgung

Am 24. Oktober 2023 hat die Europäische Kommission Schritte zur Vorbeugung von Arzneimittelengpässen und zur Erhöhung der Versorgungssicherheit in der Europäischen Union verabschiedet.

Nachdem es in der EU zuletzt zu Lieferunterbrechungen kam, hat die Kommission mit Hilfe anderer Behörden und Vereinigungen, ein Maßnahmenpaket entwickelt, um kritische Engpässe bei wichtigen Arzneimitteln  zukünftig zu vermeiden.
In der Vorbereitung haben die Europäische Behörde für die Krisenvorsorge und -reaktion bei gesundheitlichen Notlagen (HERA) und die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bereits die wichtigsten Antibiotika ermittelt, bei denen in den Wintermonaten mit Engpässen gerechnet wird.

Außerdem wurden und werden folgende Maßnahmen ergriffen:

  • Ein freiwilliger Solidaritätsmechanismus ermöglicht Mitgliedstaaten, Arzneimittel untereinander zu verteilen.
  • Eine Unionsliste der kritischen Arzneimittel wird erstellt, um Schwachstellen in der Lieferkette zu identifizieren.
  • Flexibilität bei der Regulierung, um den schnellen Zugang zu Arzneimitteln sicherzustellen.
  • Herausgabe von EU-Leitlinien zur Arzneimittelbeschaffung für die Erhöhung der Versorgungssicherheit.
  • Gemeinsame Beschaffung von Antibiotika und Atemwegstherapeutika auf EU-Ebene für den kommenden Winter.

Ein entscheidender Punkt sollen die regulatorischen Flexibilitäten bei lebenswichtigen Medikamenten darstellen. Damit wird konkret darauf abgezielt, die Zulassung und Einführung von Alternativmedikamenten zu beschleunigen, die Produktion zu steigern und alternative Lieferanten zu genehmigen, die Haltbarkeit von Produkten vorübergehend zu verlängern und die Umverteilung von Arzneimitteln zwischen Mitgliedstaaten zu ermöglichen.

Die Europäische Exekutivgruppe für Engpässe und Sicherheit von Arzneimitteln (MSSG) gab weitere Einblicke, wie diese Flexibilitäten in diesem Winter angewendet werden sollen. Zuständige Behörden werden auf Fallbasis entscheiden, ob Empfehlungen implementiert werden.

Zur langfristigen Sicherung der Arzneimittelversorgung plant die Kommission die Einrichtung einer Allianz für kritische Arzneimittel, die sich auf besonders wichtige Arzneimittel konzentriert. Diese Allianz wird Maßnahmen zur Diversifizierung der Herstellung und zur Modernisierung der Lieferketten umfassen. Sie soll ihre Arbeit Anfang nächsten Jahres aufnehmen.

Die Verfügbarkeit von Arzneimitteln weltweit erfordert internationale Kooperation und Partnerschaften, auch mit Drittstaaten.


Quelle:

EC: Pressemitteilung

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