Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
FDA-Guidance: Alternative Tools zur Bewertung von Herstellungsstätten

FDA-Guidance: Alternative Tools zur Bewertung von Herstellungsstätten

Die FDA konkretisiert in ihrer neuen Guidance "Alternative Tools: Assessing Drug Manufacturing Facilities Identified in Pending Applications", wie alternative Tools künftig neben oder anstelle klassischer Vor-Ort-Inspektionen eingesetzt werden können. 

Ziel ist eine risikobasierte, flexible und zeitnahe Bewertung von Produktionsstätten, insbesondere im Rahmen laufender Zulassungsanträge. FDA entscheidet fallweise, ob ein alternatives Tool ausreichend ist oder eine Vor-Ort-Inspektion notwendig bleibt. Die Leitlinie gilt nicht für andere Inspektionstypen (z. B. Kontrollen nach der Zulassung oder reguläre GMP-Inspektionen).

Welche Tools nutzt die FDA?

  • Remote Regulatory Assessments (RRA):
    • Dokumentenanforderungen nach §704(a)(4) FD&C Act (z. B. Validierungsberichte, Abweichungen, Prüfdaten, Beschwerden).
    • Remote Interactive Evaluations (RIE): Live-Video, Screen-Sharing, Telekonferenzen.
  • Kooperation mit ausländischen Behörden:
    • Nutzung von Inspektionsberichten vertrauenswürdiger Partner (EU, UK, Schweiz, MRA-Partner).
    • Gemeinsame Inspektionen: Lokaler Lead-Inspektor + FDA-Teilnahme via Remote-Technologien.
  • Remote Subject Matter Experts (SMEs):
    • FDA-Fachexperten werden virtuell in Vor-Ort-Inspektionen eingebunden, wenn spezielles Fachwissen benötigt wird.

Eingesetzt werden diese Tools v. a. wenn:

  • Anlagen schon einen guten Inspektions-Track-Record haben (FDA oder MRA-Partner),
  • das Produkt dringend benötigt wird (z. B. Arzneimittelknappheit, Public-Health-Need),
  • klassische Inspektionen nicht möglich sind (Reisebeschränkungen, Pandemien, Naturkatastrophen).

Vorteile der alternativen Tools

  • Zeitgewinn: schnellere Entscheidungsfindung, Einhaltung von PDUFA-/BsUFA-Zeitlinien.
  • Flexibilität: FDA kann auch bei Reisehindernissen Inspektionsabdeckung sicherstellen.
  • Risikoorientierung: Ressourcen werden auf kritische Anlagen/Fälle fokussiert.
  • Globale Harmonisierung: Nutzung von Partner-Inspektionen reduziert Doppelprüfungen, beschleunigt Zulassungen in mehreren Märkten.
  • Effizienzsteigerung: Remote-SMEs ermöglichen fachliche Tiefe ohne Vor-Ort-Reisen.

Quelle:

FDA: FDA Guidance Documents - Alternative Tools: Assessing Drug Manufacturing Facilities Identified in Pending Applications


Kennen Sie den GMP-BERATER?

Er ist das weltweit größte Wissensportal für Qualitätsmanagement in der Pharmaindustrie. Der Demozugang ist kostenlos und endet automatisch.

Jetzt unverbindlich testen

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

IPEC: Neue Version des IPEC-Leitfadens zur Stabilität von Hilfsstoffen

IPEC: Neue Version des IPEC-Leitfadens zur Stabilität von Hilfsstoffen

Der IPEC-Leitfaden zur Stabilität pharmazeutischer Hilfsstoffe wurde aktualisiert und ist nun in der Version 3 (2026) verfügbar, wie die IPEC (International Pharmaceutical Excipients Council) auf ihrer Website bekannt gegeben hat.

Weiterlesen
EU: Ewigkeitschemikalien im Zielkonflikt

EU: Ewigkeitschemikalien im Zielkonflikt

Der wissenschaftliche Dienst des Europäischen Parlaments (EPRS) hat am 14. Juli 2026 ein umfassendes Briefing zu den sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) veröffentlicht. Das Dokument soll Abgeordneten als fachliche Grundlage für anstehende politische Entscheidungen zur PFAS-Regulierung dienen und bündelt den Stand von Wissenschaft, Regulierung und Verfahren.

Weiterlesen
Wofür ist der Qualifizierungskoordinator verantwortlich?

Wofür ist der Qualifizierungskoordinator verantwortlich?

Hier geht es zur Antwort:
Weiterlesen
Vom Routinebetrieb bis zur Requalifizierung: den qualifizierten Zustand dauerhaft erhalten

Vom Routinebetrieb bis zur Requalifizierung: den qualifizierten Zustand dauerhaft erhalten

Die Qualifizierung einer Anlage endet nicht mit der Performance Qualification (PQ). Erst das Zusammenspiel aus Instandhaltung, Periodic Reviews, Änderungsmanagement und Requalifizierungen während der Betriebsphase gewährleistet den Erhalt des qualifizierten Zustands über den gesamten Lebenszyklus.
Weiterlesen
APIC: Aktualisiertes „How to do“-Dokument zu GDP für Wirkstoffe veröffentlicht

APIC: Aktualisiertes „How to do“-Dokument zu GDP für Wirkstoffe veröffentlicht

Das Active Pharmaceutical Ingredients Committee (APIC) veröffentlichte auf seiner Webseite die Version 3 des Dokuments "GDP for APIs: How to do“ (Juni 2026). Das Dokument bietet praktische Hinweise zur Umsetzung der Guten Vertriebspraxis für Wirkstoffe.

Weiterlesen
TGA: Prüfung der Übernahme internationaler wissenschaftlicher Leitlinien

TGA: Prüfung der Übernahme internationaler wissenschaftlicher Leitlinien

Die australische Zulassungsbehörde TGA (Therapeutic Goods Administration) verfolgt die Strategie, ihre regulatorischen Ansätze so weit wie möglich an vergleichbare internationale Standards anzupassen. Hierzu zählen die Zulassungsanforderungen der EU, der FDA und der ICH. In diesem Zusammenhang wurden bereits rund 370 internationale wissenschaftliche Leitlinien übernommen.

Weiterlesen
Vorheriges
Nächstes