Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
ICH: Q5A(R2)-Leitlinie zur viralen Sicherheit biotechnologischer Produkte finalisiert

ICH: Q5A(R2)-Leitlinie zur viralen Sicherheit biotechnologischer Produkte finalisiert

Die Versammlung des International Council for Harmonisation (ICH) hat die überarbeitete Q5A(R2)-Leitlinie zur viralen Sicherheit biotechnologischer Produkte final angenommen. Die Leitlinie beschreibt die allgemeine Vorgehensweise zur Prüfung und Bewertung der Virussicherheit dieser Produkte und legt dar, welche Daten in Zulassungsanträgen und Registrierungsdossiers für diese Produkte vorgelegt werden sollten. Dazu gehören Biotherapeutika und biologische Produkte, die aus charakterisierten Zellkulturen menschlichen oder tierischen Ursprungs (Säugetiere, Vögel, Insekten) gewonnen werden. Der darin verwendete Begriff „Virus“ schließt nicht konventionell übertragbare Erreger, wie Säugetierprionen-assoziierte Erreger, nicht mit ein.

Das Dokument bezieht sich auf:

  • Produkte, die aus In-vitro-Zellkulturen unter Verwendung rekombinanter DNA-Technologien hergestellt werden, wie z. B. Interferone, monoklonale Antikörper und rekombinante Subunit-Impfstoffe.
  • Produkte, die aus in vivo als Aszites gezüchteten Hybridomazellen gewonnen werden
    (Anhang 1 enthält zusätzliche Informationen zur Prüfung von in vivo gewachsenen Zellen).
  • Bestimmte gentechnisch hergestellte virale Vektoren und von viralen Vektoren abgeleitete Produkte, die ohne negative Auswirkungen auf das Produkt einer Virus-Clearance unterzogen werden können. Zu diesen Produkten zählen virale Vektoren, die durch transiente Transfektion oder aus einer stabilen Zelllinie oder durch Infektion mit einem rekombinanten Virus hergestellt werden. Dazu gehören auch von viralen Vektoren abgeleitete rekombinante Proteine, z. B. von Baculoviren exprimierte virusähnliche Partikel (VLPs), Proteinuntereinheiten und Impfstoffe und Therapeutika auf Nanopartikelbasis.
  • Adenoassoziierte Virusvektoren (AAV) für die Gentherapie, die für ihre Produktion auf Hilfsviren wie Baculovirus, Herpes-simplex-Virus oder Adenovirus angewiesen sind
    (Spezifische Hinweise zu gentechnisch veränderten viralen Vektoren und aus viralen Vektoren gewonnenen Produkten sind in Anhang 7 enthalten).

Ausgeschlossen sind:

  • Inaktivierte virale Impfstoffe und abgeschwächte virale Lebendimpfstoffe, die selbstreplizierende Erreger enthalten.

Es werden drei verschiedene, sich ergänzende Ansätze zur Kontrolle der potenziellen viralen Kontamination von Biotechnologieprodukten beschrieben:

  • Die Auswahl und Prüfung von Zelllinien und anderen Rohstoffen, einschließlich Medienkomponenten, auf die Abwesenheit unerwünschter infektiöser Viren
  • Die Bewertung der Fähigkeit der Produktionsprozesse zur Beseitigung infektiöser Viren
  • DieTestung des Produkts auf die Abwesenheit von kontaminierenden infektiösen Viren in den entsprechenden Produktionsschritten.

Die Leitlinie hat die Stufe 4 des ICH-Prozesses erreicht, gilt nun als harmonisiert und repräsentiert den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. Dies wurde im Anschluss an die ICH-Sitzung vom 31. Oktober 2023 in Prag bekannt gegeben. Der Entwurf für die Leitlinie wurde erstmals im September 2022 vorgelegt (wir berichteten). Sie wird derzeit von der ICH implementiert und anschließend auf der ICH-Webseite veröffentlicht.


Quelle:

ICH: Press Release: ICH Assembly Meeting, Prague, Czech Republic, October/November 2023

Kennen Sie den GMP-BERATER?

Er ist das weltweit größte Wissensportal für Qualitätsmanagement in der Pharmaindustrie. Der Demozugang ist kostenlos und endet automatisch.

Jetzt unverbindlich testen

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

EMA: Überarbeitung von Anhang 6 - Herstellung medizinischer Gase

EMA: Überarbeitung von Anhang 6 - Herstellung medizinischer Gase

EMA und PIC/S haben ein Concept Paper zur Überarbeitung von Anhang 6 Herstellung medizinischer Gase des EU-GMP-Leitfadens veröffentlicht. Die derzeit gültige Version stammt aus 2010. Die geplante Aktualisierung soll die aktuelle Herstellungspraxis, technologische Entwicklungen sowie Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie berücksichtigen.

Weiterlesen
EMA: Konzeptpapier zur Revision von Anhang 15

EMA: Konzeptpapier zur Revision von Anhang 15

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und PIC/S haben ein Concept Paper zur gezielten Überarbeitung von Anhang 15 des EU-GMP-Leitfadens (Qualififizierung and Validierung) veröffentlicht.

Weiterlesen
Worauf wird bei der Inspektion von Räumen besonders geachtet?

Worauf wird bei der Inspektion von Räumen besonders geachtet?

Hier geht es zur Antwort:
Weiterlesen
Welche Rolle spielt die Risikobewertung beim Einsatz von KI-Systemen in der Personalentwicklung?

Welche Rolle spielt die Risikobewertung beim Einsatz von KI-Systemen in der Personalentwicklung?

KI-Systeme treten im Bereich von GMP-Schulungen in vielfältiger Form und unterschiedlichsten Anwendungen in Erscheinung. Die Entwicklung in diesem Bereich verläuft rasant. Dementsprechend ist es schwer, abschließend zu definieren, was ein KI-System darstellt und umfasst.

Weiterlesen
EMA: Diskussionen zum revidierten Leitfaden zur Umweltrisikobewertung (ERA)

EMA: Diskussionen zum revidierten Leitfaden zur Umweltrisikobewertung (ERA)

Im Rahmen des zweiten Industrie-Stakeholder-Webinars zum revidierten Leitfaden zur Umwelt­risiko­bewertung (ERA) für Humanarzneimittel diskutierte die European Medicines Agency (EMA) zentrale Umsetzungsfragen aus der ersten Anwendungsphase des neuen Leitfadens.
Weiterlesen
EMA: Reflection Paper zu nicht-mutagenen Verunreinigungen (NMIs)

EMA: Reflection Paper zu nicht-mutagenen Verunreinigungen (NMIs)

Die EMA hat ein neues Reflection Paper zur Qualifizierung nicht-mutagener Verunreinigungen (NMIs) veröffentlicht. Das Dokument beschreibt den aktuellen regulatorischen Denkstand zur Bewertung der Sicherheit neuer oder erhöhter Verunreinigungsniveaus, insbesondere wenn diese oberhalb der in ICH Q3A/Q3B definierten Qualification Thresholds liegen und erst nach Abschluss nicht-klinischer Toxikologiestudien identifiziert werden.
Weiterlesen
Vorheriges
Nächstes