Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Medizinisches Cannabis: Der Stand der Dinge in Deutschland
News: Cannabis

Medizinisches Cannabis: Der Stand der Dinge in Deutschland

Cannabisarzneimittel in Form von Blüten oder Dronabinol können in Deutschland seit dem 10. März 2017 bei Patientinnen und Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) eingesetzt werden. Bisher erfolgt die Versorgung durch Importe, der Anbau in Deutschland wird gerade erst aufgebaut. 

Die Linke brachte im Bundestag im Rahmen einer Kleinen Anfrage bei der Bundesregierung die Frage nach dem Bedarf und der Versorgung ein. Die Bundesregierung hat dazu eine umfassende Zusammenstellung zur Versorgungssituation und zum Bedarf von medizinischem Cannabis veröffentlicht, die einen guten Überblick über die aktuelle Situation gibt.

Das BfArM führte eine nicht-interventionelle Begleiterhebung zu Cannabisextrakten und –blüten sowie zum Off-Label-Use der Fertigarzneimittel Sativex® und Canemes® bei Verordnung auf Kosten der GKV durch. Daraus geht die folgende interessante Auswertung hervor:

Anwendung von Cannabis: Auswertung zu verschiedenen Erkrankungen


Des Weiteren legte die Bundesregierung die Mengen der importierten Cannabisarzneimittel aus den Jahren 2017 bis 2020 vor.
Ein Teil der Blüten wurde weiterverarbeitet zu Dronabinol und anderen Zubereitungen oder exportiert.
Der zukünftige Bedarf hängt allerdings von folgenden Faktoren ab und lässt sich daher nicht in Zahlen ausdrücken:

  • Anzahl der behandelten Personen
  • Dauer der Behandlung
  • Häufigkeit der Verordnung
  • verordnete Mengen

Wann wird Cannabis aus Deutschland geliefert?

Der Lieferbeginn soll laut Bundesregierung im vierten Quartal 2020 liegen. Dabei sind 2600 kg medizinische Cannabisblüten pro Jahr vorgesehen. Aufgrund der Abhängigkeit von der Nachfrage in den Apotheken ist derzeit keine Festlegung der Preise möglich. Zudem hängen diese unter anderem mit dem Vergabeverfahren und den Distributionskosten zusammen.


Quellen:

Versorgungssituation und Bedarf von medizinischem Cannabis

DAZ-Online: Bei welchen Indikationen wird Cannabis verordnet? (Quelle nicht mehr verfügbar)

Kennen Sie den GMP-BERATER?

Er ist das weltweit größte Wissensportal für Qualitätsmanagement in der Pharmaindustrie. Der Demozugang ist kostenlos und endet automatisch.

Jetzt unverbindlich testen

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

News: EMA

EMA präzisiert Chargenkennzeichnung bei parallel gehandelten Arzneimitteln

Die EMA in ihrer Frage-Antwort-Sammlung zu GMP und GDP die Antwort auf Frage 4 zu Kapitel 5 des EU-GMP-Leitfadens überarbeitet. Sie erläutert, welche Chargennummern auf der Verpackung parallel gehandelter Arzneimittel anzugeben sind.
Weiterlesen
Frage der Woche | GMP-Verlag

Wie wird der Qualifizierungsprozess von Laborgeräten dokumentiert?

Hier geht es zur Antwort:
Weiterlesen
FDA-Findings: Sichere aseptische Herstellung beginnt beim Anlagendesign

FDA-Findings: Sichere aseptische Herstellung beginnt beim Anlagendesign

Auf der PDA/FDA Joint Regulatory Conference 2026 machte die FDA deutlich: Moderne Anlagentechnik allein gewährleistet keine Sterilitätssicherheit. Der Beitrag beleuchtet GMP-Mängel bei FDA-Inspektionen und die Rolle der Anlagenplanung bei der aseptischen Herstellung.

Weiterlesen
News: Europa

EDQM: Neue Arbeitsgruppe für 3D-gedruckte Arzneimittel

Die Europäische Arzneibuchkommission (EPC) hat die Einrichtung einer Arbeitsgruppe für 3D-gedruckte Arzneimittel beschlossen. Ziel ist es, geeignete Qualitätsstandards im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) zu verankern.
Weiterlesen
EMA: 14 neue Nitrosamine im Appendix 1

EMA: 14 neue Nitrosamine im Appendix 1

Der Appendix 1 zum Q&A der EMA zu Nitrosamin-Verunreinigungen ist im Oktober 2026 weiter ergänzt worden. Dieser Appendix enthält die zulässigen Aufnahmemengen (Acceptable Intake, AI) für N-Nitrosamine.
Weiterlesen
WHO: Entwurf zur Überarbeitung der Guidelines on Quality Risk Management

WHO: Entwurf zur Überarbeitung der Guidelines on Quality Risk Management

Die WHO hat einen überarbeiteten Entwurf ihrer „WHO guidelines on quality risk management“ veröffentlicht. Das Arbeitsdokument QAS/26.994 steht bis zum 15. November 2026 zur öffentlichen Kommentierung.

Weiterlesen
Vorheriges
Nächstes