Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
EMA: Entwurf zu ICH Q9 Qualitätsrisikomanagement in Stufe 2b

EMA: Entwurf zu ICH Q9 Qualitätsrisikomanagement in Stufe 2b

Am 16. Dezember 2021 hat die EMA die Leitlinie „ICH Guideline Q9 (R1) on Quality Risk Management (QRM) Step 2b“ veröffentlicht.
Die Revision enthält wichtige ergänzende Bereiche:

  • den Subjektivitätsgrad bei Risikobewertungen und bei QRM-Ergebnissen,
  • die Risiken der Produktverfügbarkeit,
  • das unzureichende Verständnis der Formalität von QRM-Tätigkeiten und
  • den Mangel an „Eindeutigkeit“ bei risikobasierter Entscheidungsfindung.

Im Detail:

In der Richtlinie wird ausgeführt, wie sich Subjektivität direkt auf die Wirksamkeit von Risikomanagementaktivitäten und die getroffenen Entscheidungen auswirken kann. Subjektivität lässt sich zwar nicht vollständig aus den Aktivitäten des Qualitätsrisikomanagements ausschließen, aber sie kann durch den richtigen Einsatz von QRM-Tools und die Maximierung der Nutzung relevanter Daten und Informationsquellen effektiver kontrolliert werden.

Ein wirksames pharmazeutisches Qualitätssystem fördert sowohl die Robustheit der Lieferkette als auch die dauerhafte und nachhaltige GMP-Compliance. Zudem wird durch gezieltes QRM und die Nutzung von Erfahrungswerten ein frühzeitiges Warnsystem geschaffen.
Dazu gehören

  • eine interne und externe Variabilität des Herstellungsprozesses und des Kontrollzustands
  • eine robuste Anlageninfrastruktur mit geeigneter Ausstattung und gut konzipierter Ausrüstung
  • den Einsatz moderner Technologien, wie etwa Digitalisierung, Automatisierung und Isolationstechnik
  • eine wirksame Überwachungsstrategie für die Leistung der Lieferkettenpartner.

Ein umfassendes Verständnis der „Formalitäten – formality“ im QRM kann dazu beitragen, die Ressourcen effizienter zu nutzen und die risikobasierte Entscheidungsfindung zu fördern.

Dieses Thema wird umfassend behandelt, was die Tatsache unterstreicht, dass Formalität im Qualitätsrisikomanagement kein zweigliedriges Konzept (d. h. formell/informell) ist, sondern unterschiedliche Stufen der Formalität umfasst. Diese sollten im Rahmen des Qualitätssystems beschrieben werden.

Wenn formales QRM angewendet wird, sollte es durch eine gut strukturierte Entscheidungsfindung ergänzt werden. Im Allgemeinen erfordert ein höherer Grad an Formalität ein höheres Maß an Struktur. Dennoch kann es unterschiedliche Grade der Strukturierung in Bezug auf die Ansätze zur risikobasierten Entscheidungsfindung geben.

Das Entwurfsdokument steht bis zum 15. März 2022 zur öffentlichen Konsultation bereit.


Quelle:

EMA: ICH Guideline Q9 on quality risk management, Step 2b

Kennen Sie den GMP-BERATER?

Er ist das weltweit größte Wissensportal für Qualitätsmanagement in der Pharmaindustrie. Der Demozugang ist kostenlos und endet automatisch.

Jetzt unverbindlich testen

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

EMA: Überarbeitung von Anhang 6 - Herstellung medizinischer Gase

EMA: Überarbeitung von Anhang 6 - Herstellung medizinischer Gase

EMA und PIC/S haben ein Concept Paper zur Überarbeitung von Anhang 6 Herstellung medizinischer Gase des EU-GMP-Leitfadens veröffentlicht. Die derzeit gültige Version stammt aus 2010. Die geplante Aktualisierung soll die aktuelle Herstellungspraxis, technologische Entwicklungen sowie Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie berücksichtigen.

Weiterlesen
EMA: Konzeptpapier zur Revision von Anhang 15

EMA: Konzeptpapier zur Revision von Anhang 15

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und PIC/S haben ein Concept Paper zur gezielten Überarbeitung von Anhang 15 des EU-GMP-Leitfadens (Qualififizierung and Validierung) veröffentlicht.

Weiterlesen
Welche Rolle spielt die Risikobewertung beim Einsatz von KI-Systemen in der Personalentwicklung?

Welche Rolle spielt die Risikobewertung beim Einsatz von KI-Systemen in der Personalentwicklung?

KI-Systeme treten im Bereich von GMP-Schulungen in vielfältiger Form und unterschiedlichsten Anwendungen in Erscheinung. Die Entwicklung in diesem Bereich verläuft rasant. Dementsprechend ist es schwer, abschließend zu definieren, was ein KI-System darstellt und umfasst.

Weiterlesen
Worauf wird bei der Inspektion von Räumen besonders geachtet?

Worauf wird bei der Inspektion von Räumen besonders geachtet?

Hier geht es zur Antwort:
Weiterlesen
EMA: Reflection Paper zu nicht-mutagenen Verunreinigungen (NMIs)

EMA: Reflection Paper zu nicht-mutagenen Verunreinigungen (NMIs)

Die EMA hat ein neues Reflection Paper zur Qualifizierung nicht-mutagener Verunreinigungen (NMIs) veröffentlicht. Das Dokument beschreibt den aktuellen regulatorischen Denkstand zur Bewertung der Sicherheit neuer oder erhöhter Verunreinigungsniveaus, insbesondere wenn diese oberhalb der in ICH Q3A/Q3B definierten Qualification Thresholds liegen und erst nach Abschluss nicht-klinischer Toxikologiestudien identifiziert werden.
Weiterlesen
EMA: Diskussionen zum revidierten Leitfaden zur Umweltrisikobewertung (ERA)

EMA: Diskussionen zum revidierten Leitfaden zur Umweltrisikobewertung (ERA)

Im Rahmen des zweiten Industrie-Stakeholder-Webinars zum revidierten Leitfaden zur Umwelt­risiko­bewertung (ERA) für Humanarzneimittel diskutierte die European Medicines Agency (EMA) zentrale Umsetzungsfragen aus der ersten Anwendungsphase des neuen Leitfadens.
Weiterlesen
Vorheriges
Nächstes