Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
MDCG: IVDR-implementation and preparedness plan

MDCG: IVDR-implementation and preparedness plan

Die Medical Device Coordination Group MDCG, eine Gruppe von Experten aus den europäischen Mitgliedstaaten, hat einen 17-seitigen Umsetzungsplan zur Einführung der Verordnung (EU) 2017/746 über In-vitro-Diagnostika, IVDR, vorgelegt. Der Plan soll grundlegende Maßnahmen festlegen und helfen, deren Umsetzung überwachen.  Die IVDR wird am 26. Mai 2022 mit einer verlängerten Übergangsfrist von fünf Jahren in Kraft treten.

Mit dem Geltungsbeginn der IVDR sieht die Verordnung nach Klassen gestaffelte Übergangsfristen für Produkte vor, die gemäß der Richtlinie 98/79/EG in Verkehr gebracht wurden:

  • den 26. Mai 2025 für Produkte, die unter die Klasse D der IVDR fallen,
  • das Jahr 2026 für Produkte der Klasse C,
  • das Jahr 2027 für sterile Produkte der Klassen B und A.

Damit soll Zeit für die Einführung grundlegender Änderungen gewonnen werden, wie z. B. ein neues System der Produktklassifizierung, eine stärkere Einbeziehung der benannten Stellen in die Konformitätsbewertung oder neue Regulierungsstrukturen,wie die EU-Referenzlaboratorien und Expertengremien.

Durch dieses Vorgehen werden zahlreiche "Legacy-Produkte", d. h. Produkte, die unter der alten Richtlinie 98/79/EG auf den Markt gebracht sind, auf dem Markt sein. Als vorrangige Maßnahme plant die Koordinierungsgruppe daher die Entwicklung und Verabschiedung eines Leitfadens zu den IVDR-Anforderungen für „Legacy-Produkte“. Eine weitere Sorge der MDCG ist das potenzielle Risiko von Engpässen und Lieferunterbrechungen bei kritischen IVDs aufgrund fehlender Kapazitäten für die Zertifizierung durch benannte Stellen. Deren Aufgabe ist es, die Konformität von Produkten mit mittlerem und hohem Risiko gemäß den Anforderungen der IVDR zu bewerten, bevor sie auf den Markt gebracht werden können. Nach Schätzungen von Interessenvertretern müssen nach der Richtlinie 98/79/EG etwa 10 % aller in Verkehr gebrachten IVD von einer benannten Stelle geprüft werden, während dieser Anteil mit der IVDR auf 80-90% steigen wird. Derzeit sind nur sechs benannte Stellen im Rahmen der IVDR benannt.

Ebenfalls eine dringende Maßnahme, so die MDCG, ist die Erstellung einer Leitlinie für die praktische Umsetzung der IVDR-Anforderungen. Ein solches Dokument wird derzeit erstellt und soll den Herstellern im zweiten Quartal 2022 zur Verfügung stehen.

Da Eudamed bis zum 26. Mai 2022 noch nicht voll funktionsfähig sein wird, wird die Nutzung des Systems vorerst nicht verpflichtend. Bis EUDAMED genutzt werden kann, soll eine Leitlinie für harmonisierte Verwaltungspraktiken und alternative technische Lösungen für den Informationsaustausch erstellt werden.

Sie möchten sich einen kurzen Überblick verschaffen?

Der zweiseitige Anhang des Umsetzungsplans bietet einen zeitlichen Überblick für alle geplanten Maßnahmen, gegliedert nach Themen und deren Dringlichkeit.


Quelle:

MDCG: Joint implementation and preparedness plan for Regulation (EU) 2017/746 on in vitro diagnostic medical devices (IVDR)

Kennen Sie den GMP-BERATER?

Er ist das weltweit größte Wissensportal für Qualitätsmanagement in der Pharmaindustrie. Der Demozugang ist kostenlos und endet automatisch.

Jetzt unverbindlich testen

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

ICH: Überarbeitetes Q9(R1)-Trainingspaket

ICH: Überarbeitetes Q9(R1)-Trainingspaket

Die ICH hat das Q9(R1)-Trainingspaket vollständig überarbeitet und an die Revision der Leitlinie ICH Q9 angepasst.
Weiterlesen
EMA: Neue Pläne für den EU-GMP-Leitfaden veröffentlicht

EMA: Neue Pläne für den EU-GMP-Leitfaden veröffentlicht

Die European Medicines Agency hat den neuen Arbeitsplan der GMDP Inspectors Working Group für die Jahre 2026–2028 sowie den Jahresbericht 2025 veröffentlicht.

Weiterlesen
EMA: Pilotprojekt zur Wirksamkeit des pharmazeutischen Qualitätssystems (PQS)

EMA: Pilotprojekt zur Wirksamkeit des pharmazeutischen Qualitätssystems (PQS)

Die European Medicines Agency hat ein Pilotprojekt gestartet, in dessen Rahmen EWR-GMP-Inspektoren bewerten, wie Herstellungsstandorte die Wirksamkeit ihres pharmazeutischen Qualitätssystems im Hinblick auf ein risikobasiertes Änderungsmanagement nachweisen. Zudem wird untersucht, ob das EWR-GMP-Zertifikat als zentraler Nachweis dieser Wirksamkeit dienen kann.
Weiterlesen
EMA: Aktualisierte Guideline zur Wirkstoffchemie

EMA: Aktualisierte Guideline zur Wirkstoffchemie

Die European Medicines Agency (EMA) hat ihre Leitlinie zu den Anforderungen an Herstellung und Kontrolle von Wirkstoffen in Arzneimitteln überarbeitet. Sie gilt ab dem 1. September 2026.
Weiterlesen
EMA: Q&A zur Implementierung des 3D-Drucks für feste orale Darreichungsformen

EMA: Q&A zur Implementierung des 3D-Drucks für feste orale Darreichungsformen

Darreichungsformen Die European Medicines Agency hat auf ihrer Website einen neuen GMP-/Q&A-Bereich ergänzt und ein spezielles Q&A-Dokument zum 3D-Druck (3DP) für feste orale Darreichungsformen veröffentlicht.
Weiterlesen
Was ist beim Einsatz von KI-Systemen im Rahmen der GMP-Schulung zu beachten?

Was ist beim Einsatz von KI-Systemen im Rahmen der GMP-Schulung zu beachten?

Hier geht es zur Antwort:
Weiterlesen
Vorheriges
Nächstes