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MHRA Inspektionen: Schwachstellen und Erwartungen bei HBELs und Kreuzkontaminationen – PIC/S AiM und Q&A bieten Antworten

MHRA Inspektionen: Schwachstellen und Erwartungen bei HBELs und Kreuzkontaminationen – PIC/S AiM und Q&A bieten Antworten

Die britische MHRA (Medicines and Healthcare products Regulatory Agency) hat auf ihrem Inspectorate Blog die Umsetzung der Anforderungen zu HBELs und der Vermeidung von Kreuzkontaminationen in gemeinsam genutzten Anlagen kritisch beleuchtet. Was sind die Erwartungen, die es zu erfüllen gilt und welche Schwachstellen sind bei den jüngsten Inspektionen aufgefallen? 

Antworten zu den Erwartungen finden sich, gemäß dem MHRA Inspectorate Blog, in den beiden PIC/S-Dokumenten 

Die beiden Dokumente der PIC/S wurden im Juni 2020 veröffentlicht (wir berichteten).  Darin werden die Anforderungen bei der Festlegung von gesundheitsorientierten Expositionsgrenzen (HBELs) sowie die Qualitätsrisikobewertung zur Kontrolle von Kreuzkontaminationen thematisiert. Über den Blog sollen Pharmahersteller nun auf kritische Mängel aufmerksam gemacht werden, die während kürzlich durchgeführter Ferninspektionen auftraten. Diese werden direkt verknüpft mit den Erwartungen, die in den PIC/S-Dokumenten beschrieben sind.

  

Beispielhaft hier einige Defizite, die bei MHRA-Inspektionen aufgetreten sind: 

  • Referenz: PIC/S Q&A 3:
    Aufgefallen ist, dass Unternehmen Risikobewertungen ohne Bezug zu den erforderlichen HBEL-Werten durchführen, die es zu kontrollieren gilt. Oft werden die HBELs einzig zur Erstellung von Akzeptanzkriterien für die Reinigungsvalidierung verwendet. HBELs bilden aber den Zusammenhang zwischen Rückstandsmenge sowohl auf Chargen- als auch auf Einzeldosisebene ab, den es zu kontrollieren gilt. Die MHRA schlägt eine bildliche Darstellung der HBELs vor sowie klar definierte Erwartungen zur Erfassung und Kontrolle der Risiken in einem dokumentierten Prozess.  

  • Referenz: PIC/S Q&A 4:
    Aufgefallen ist, dass zwar alle HBELs im Unternehmen festgelegt wurden, aber von Mitarbeitern, ohne die nötige Erfahrung und ohne toxikologisches Fachwissen. Das PIC/S Q&A Frage 4 klärt hier die Erwartungen an die Pharmaindustrie. 

  • Referenz: PIC/S Q&A 7 und 8:
    Aufgefallen ist, dass beim Produktwechsel in einer gemeinsam genutzten Anlage immer wieder auf eine analytische Testung bei der Reinigungsvalidierung verzichtet wird. Stattdessen wird eine visuelle Kontrolle durchgeführt. Diese visuelle Kontrolle beim Produktwechsel reicht meist nicht aus, um eine Kontamination zu erkennen und den HBEL sicher einzuhalten. Vor allem bei manueller Reinigung ist dies ein hochriskantes Vorgehen und nicht immer zu rechtfertigen. Das Q&A der PIC/S beschreibt in den Fragen 7 und 8 Situationen, in denen eine visuelle Kontrolle ausreichend ist. 

Die MHRA verweist Pharmahersteller zur Klärung der Anforderungen zur Kontrolle von Kreuzkontaminationen auf das HBEL Q&A der PIC/S.  Es soll kritisch geprüft werden, ob die Reinigungsvalidierung wirklich reproduzierbar und konsistent ist, insbesondere bei der Durchführung von manuellen Reinigungen. Im vergangenen Jahr sei es in mehreren Unternehmen zu Verstößen gekommen, die Maßnahmen erforderten. 
 


Quelle: 

MHRA: Inspectorate Blog

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