WHO: Konsultationsentwurf zur Überwachung der Entsorgung von Arzneimitteln und Medizinprodukten
Die WHO hat einen Konsultationsentwurf zur behördlichen Überwachung der Entsorgung von Arzneimitteln und Medizinprodukten über deren gesamten Lebenszyklus veröffentlicht (Good practices for regulatory oversight of the disposal of medical products throughout their life cycle).
Unsachgemäß entsorgte Arzneimittelabfälle können die Entstehung und Verbreitung antimikrobieller Resistenzen fördern und dadurch schwer behandelbare Infektionen begünstigen. Zudem bergen sie Gesundheitsrisiken wie Atemwegserkrankungen, endokrine Störungen, Strahlenschäden und bestimmte Krebsarten. Auch die Umwelt wird durch Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung sowie die Kontamination landwirtschaftlicher Systeme erheblich belastet.
Die WHO empfiehlt den nationalen Arzneimittelbehörden, klare gesetzliche Vorgaben für die sichere Entsorgung unerwünschter Arzneimittel und Medizinprodukte zu schaffen bzw. bestehende Regelungen zu aktualisieren. Dazu gehören risikobasierte Inspektionen, die Überwachung der gesamten Entsorgungskette einschließlich Dokumentation und Rückverfolgbarkeit, die Zulassung und Überwachung beteiligter Entsorgungsunternehmen sowie Maßnahmen zur Verhinderung von Umleitungen, Fälschungen und Umweltbelastungen. Darüber hinaus sollen Behörden Schulungen, Informationskampagnen und die Zusammenarbeit mit Umwelt- und anderen Fachbehörden fördern.
Kommentare sollten bis zum 22. August 2026 über die Online-Plattform PleaseReview™ eingereicht werden.
Figure 1 zeigt die wichtigsten Eintragspfade von Human- und Tierarzneimitteln in die Umwelt während der routinemäßigen Herstellung und Anwendung.

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